Was erwarten Trader vom Börsenjahr 2018?

Andreas Kern, Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG / Foto: © Martina Draper

Die Geldpolitik der Notenbanken und die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen werden 2018 großen Einfluss auf die Finanzmärkte haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Social-Trading-Plattform wikifolio.com. Für die befragten Trader sind Aktien in diesem Umfeld erneut die Assetklasse mit dem größten Potenzial.

Die Befragten favorisieren 2018 Titel aus der Eurozone. Noch im vergangenen Jahr hatten die Trader die US-Börsen als besonders attraktiv bewertet und damit einen guten Riecher bewiesen. Der marktbreite S&P 500 entwickelte sich 2017 auch ohne Dividendenanrechnung deutlich besser als der DAX. Das Hightech-Barometer Nasdaq-100 erzielte sogar eine der besten Performances weltweit.

Zinsdifferenz zwischen Euroland und den USA wird noch größer

Auch im Jahr 2018 werden die aktiven Marktteilnehmer genau darauf achten, wie die amerikanische Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) in Sachen Geldpolitik vorgehen. Historisch niedrige Leitzinsen und Wertpapierkaufprogramme boten über viele Jahre den perfekten Nährboden für steigende Aktienkurse. Die EZB wird nach Ansicht der wikifolio-Trader an ihrer expansiven Geldpolitik zunächst weiter festhalten. Fast die Hälfte geht davon aus, dass die Leitzinsen in der Eurozone auch 2018 unverändert bleiben. Weitere 40 Prozent rechnen lediglich mit einem kleinen Zinserhöhungsschritt um 25 Basispunkte.

Fast neun von zehn Tradern glauben, dass die Leitzinsen in den USA weiter steigen. Hier hatte die Fed die Zinswende bereits im abgelaufenen Jahr eingeläutet. Die meisten Befragten halten eine Erhöhung um 50 Basispunkte für wahrscheinlich. 2017 war der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld in drei „0,25er-Schritten“ auf aktuell 1,25 bis 1,50 Prozent angehoben worden.

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