Warum die Preise für Modernisierungen weiter steigen

Florian Reichert, Geschäftsführer für den Bereich Kredite bei CHECK24 / Foto: © CHECK 24

Während sich die Kreditzinsen auf niedrigem Niveau eingependelt haben, gehen auf der anderen Seite die Kosten für Modernisierungsmaßnahmen durch die Decke. Dieser Trend dürfte auch langfristig anhalten, meint Florian Reichert, Geschäftsführer der CHECK24 Finanzen GmbH.

Maßnahmen zur Modernisierung oder Instandhaltung der Bausubstanz oder technischer Anlagen kommen über kurz oder lang auf alle Eigentümer von Immobilien zu. Um die oft sehr hohen Kosten solcher Maßnahmen zu schultern, greifen viele auf einen Modernisierungskredit zurück – soll die in die Jahre gekommene Einbauküche oder Mobiliar ersetzt werden, kann dies manchmal auch für Mieter infrage kommen. Praktischerweise bewegen sich die Zinsen für solche Darlehen aufgrund der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit Längerem in sehr günstigen Regionen. Wie eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals CHECK24 zeigt, liegt der Durchschnittszins der über das Münchner Unternehmen abgeschlossenen Kredite mit dem Verwendungszweck „Modernisierung“ nach vorläufigen Zahlen aus dem laufenden Jahr bei 3,47 Prozent. Das sind 22 Prozent weniger als der entsprechende Wert für das Gesamtjahr 2014, der damals noch bei 4,46 Prozent gelegen hatte. Bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen fallen aus diesem Grund für Kreditnehmer heute deutlich geringere Zinskosten an als noch vor fünf Jahren.

Alles gut also für Immobilienbesitzer? Mitnichten.

 

Quelle: Kreditvergleich CHECK24

Hohe Nachfrage lässt die Preise explodieren

Warum stöhnen trotz der niedrigen Zinsen bundesweit Eigentümer und Mieter, sobald sie sich einen Überblick über die Gesamtkosten ihrer Modernisierungen geschaffen haben? Sollte der Zinsvorteil von 22 Prozent im Fünfjahresvergleich nicht Anlass zum Jubel geben? Ein zweiter Durchschnittswert gibt einen Hinweis auf den Kern der Unzufriedenheit: Die durchschnittlich zu diesem Zweck aufgenommene Kreditsumme legte im gleichen Zeitraum nämlich um sagenhafte 72 Prozent zu. Betrug die Höhe von Modernisierungskrediten im Jahr 2014 im Schnitt noch 10.057 Euro, waren es während der ersten Monate des laufenden Jahres bereits 17.287 Euro. Zwar kostet ein Darlehen über diese Summe einen Kreditnehmer bei 60-monatiger Laufzeit dank der niedrigen Zinsen heute rund 450 Euro weniger. Angesichts der Steigerung um 7.230 Euro bei der durchschnittlichen Kreditsumme verblasst dieser Vorteil aber schnell.

Zu einem gewissen Teil sind die attraktiven Zinsen sogar für die Kostenexplosion der Modernisierungsmaßnahmen mitverantwortlich, da viele die Gunst der Stunde für Hausbau, Instandhaltung oder eben Modernisierung nutzen wollen. So besteht derzeit eine anhaltend hohe Nachfrage nach Handwerksleistungen, infolge derer die Unternehmen in diesem Sektor teils ohne größere Hemmungen immer weiter an der Preisschraube drehen. Hinzu kommt darüber hinaus noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die diesen Trend zusätzlich befeuern.

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