Wandelanleihen treffen Nerv der Zeit

Frederik G. Hildner, Portfoliomanager Salm-Salm & Partner GmbH / Foto: © Salm-Salm & Partner

Hohe Aktienbewertungen, niedriges Zinsniveau. Frederik G. Hildner, Leiter Portfoliomanagement bei der Salm-Salm & Partner GmbH, analysiert die Ausgangslage für Wandelanleihen (Convertibles) und resümiert über den bisherigen Geschäftsverlauf.

finanzwelt: Inwiefern konnten Wandelanleihen in 2017 vom Umstand, dass die Aktienbewertungen nicht mehr niedrig sind, dem Aufkommen geopolitischer Spannungen und der Niedrigzinsen (weiter) profitieren?

Hildner: Getrieben von einer guten Aktienmarktentwicklung, haben sich globale Wandelanleihen (EUR hedged) 2017 bereits das sechste Jahr in Folge positiv entwickelt.

Die klassische Wandelanleihe besitzt ein konvexes (asymmetrisches) Auszahlungsprofil aufgrund des ihr eigenen Rechtes, in Aktien gewandelt werden zu dürfen. Diese Wandlungsoption ist ein Wahlrecht, keine Pflicht. Für die Einräumung dieses Rechts erlaubt sich der Emittent, einen etwas geringeren Kupon zu zahlen.

Deshalb sind sowohl die historische als auch die erwartete Rendite von Wandelanleihen zwischen ihren Bestandteilen – Aktien und Unternehmensanleihen – zu verorten. So ist es auch in diesem Jahr der Fall.

Gegenüber gemischten Portfolios aus Aktien und Renten haben Wandelanleihen den Vorteil, dass sich ihr Rückzahlungsversprechen auf das gesamte Wandelanleihenportfolio erstreckt. Diese Eigenschaft wirkt wie ein Schutzschild gegenüber Kapitalmarktrisiken. Bei gemischten Portfolios gilt dies nur für den Teil der Anleihe-Allokation.

Wandelanleihen adressieren im gegenwärtigen Anlageumfeld mehrere wichtige Aspekte, welche die Investoren umtreiben:

Aktien haben in den letzten Jahren, wie auch im laufenden, eine beeindruckende Wertentwicklung vollzogen und sind jedenfalls nicht mehr günstig. Auch in diesem Jahr waren die Aktienerträge weitaus höher, als die meisten Prognosen es zu Jahresbeginn für möglich gehalten hätten. Selbst geopolitische Spannungen schmälerten die Konfidenz der Investoren bislang nur marginal, was sich an den historisch geringen Schwankungsbreiten (Volatilitäten) der wichtigsten Aktienindizes ablesen lässt. Rückschläge erscheinen daher jederzeit möglich. Dennoch lässt sich vor dem Hintergrund einer besseren globalen Konjunktur die relative Attraktivität von Aktien gegenüber gering verzinsten Anleihen nicht bestreiten.

Gering verzinste Anleihen guter Schuldner sind unter anderem aufgrund der geringen laufenden Cashflows sehr sensitiv gegenüber Veränderungen im Zinsniveau. Daher drohen in dieser Anlageklasse mehr oder minder schwere Rückschläge in Abhängigkeit von den eingegangenen Laufzeiten, sofern sich die Zinslandschaft mittelbar weiter normalisieren sollte.

In derartigen Marktverfassungen empfiehlt sich eine hybride Lösung, die eine geringe Zinssensitivität, laufende Zinserträge und die Chance, am Aktienmarkt zu partizipieren, in sich vereint.

All diese Anforderungen erfüllen Wandelanleihen vorbildlich. Das Rückzahlungsversprechen des Emittenten bewahrt vor größeren Aktienmarktkorrekturen, während das Wandlungsrecht für weiteres Aufwärtspotenzial sorgt. Wandelanleihen sind deshalb die einzigen Anleihen, die steigende Zinsen kompensieren oder sogar überkompensieren können.

finanzwelt: Wie hat sich das Geschäft bei Salm-Salm im laufenden Jahr entwickelt?

Hildner: Das laufende Jahr verlief erfreulich, in Hinblick sowohl auf die Wertentwicklung unserer Fonds und Mandate als auch auf das verwaltete Volumen. Das Wachstum unserer Assets under Management beträgt im laufenden Jahr mehr als 25%, was die stetige Entwicklung des Unternehmens, der Produkte und des generierten Mehrwertes widerspiegelt.

Eines unserer Wachstumsfelder ist das nachhaltige Investieren mittels Wandelanleihen. Salm-Salm & Partner setzt seit über fünf Jahren Nachhaltigkeitskriterien in einer stetig wachsenden Anzahl von Investmentstrategien um. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei in der Umsetzung von Wandelanleihemandaten unter Berücksichtigung von kundenspezifischen Nachhaltigkeitskriterien.

Unser nachhaltiger Publikumsfonds, der Salm-Salm Sustainability Convertible, wurde als erster und einziger Wandelanleihefonds in Deutschland 2016 mit dem FNG-Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet und erhielt noch im selben Jahr das Österreichische Umweltzeichen. Der Fonds hält zudem die höchste Nachhaltigkeitsbewertung von Morningstar und wurde von der Plattform ECOreporter.de zum „besten nachhaltigen Rentenfonds im 1. Halbjahr 2017“ gekürt. In diesem Jahr führt der Fonds die Performance-Rangliste unserer Produktfamilie an, und wir freuen uns mit unseren Kunden über die hervorragende Vereinbarkeit von Nachhaltigkeit und Rendite.