Wahlergebnis verschafft Klarheit

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Das Wahlergebnis verschafft uns einen klareren Ausblick für Großbritannien. Kurzfristig können inländische Unternehmen und konjunktursensible Marktsegmente wie Banken und Bauwirtschaft profitieren. Das Pfund erlebt ebenso wie britische Unternehmen seit August einen Aufschwung, doch insgesamt verharren die Bewertungen auf niedrigem Niveau, und einige britische Unternehmen werden weiter mit Abschlag gehandelt.

Längerfristig wird ein EU-Handelsabkommen nötig, und bis zu dessen Abschluss wird die Unsicherheit weiter zunehmen und sich kurzfristig auch wieder auf britische Unternehmen auswirken. Nach Ende Januar, wenn wir mit der EU in die Verhandlungen eintreten, dürfte das Pfund volatil sein, bis klar ist, wie die zweite Phase des Brexit aussieht. Die konservative Mehrheit beendet zudem die Unsicherheit in Sektoren, die unter Labour vielleicht verstaatlicht worden wären, etwa Wasserversorgung und Breitband-Infrastruktur, so dass der Markt einen Teil dieses Rabatts wieder kassieren dürfte.

Emma Mogford
Fondsmanagerin für britische Aktien
Newton Investment Management

 

Nach dem konservativen Wahlprogramm sollten die laufenden Ausgaben und Steuereinnahmen jeweils rund drei Milliarden Pfund über den bisherigen Haushaltsprognosen liegen. Für Gilts und Sterling bedeutet das wenig Veränderung. Eine Rallye bei Aktien und dem Pfund Sterling ist angesichts des Wegfalls der Unsicherheit verständlich, ebenso wie eine leichte Abschwächung des Goldmarktes. Allerdings hatte der Markt eine konservative Mehrheit bereits eingepreist, so dass wir kurzfristig keine große Veränderung erwarten.

2020 kann es wegen der schwierigen Verhandlungen über die künftigen Handelsbeziehungen mit der EU ganz anders aussehen. Bis zu einem Ergebnis dürften Unternehmensinvestitionen aufgeschoben werden, und der nächste Haushalt dürfte kaum fiskalische Impulse bringen. Mit ihrer Absage an Steuererhöhungen haben sich die Konservativen die Finanzierung großer öffentlicher Ausgaben erschwert, etwa für den NHS oder im Falle eines Brexit-Abschwungs. Der Ausweg wäre dann eine zusätzliche Kreditaufnahme, die in erster Linie über Staatsanleihen finanziert würde.

Howard Cunningham
Fondsmanager Anleihen
Newton Investment Management