Währungsentwicklung in Steueroasen

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Ebury hat im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Panama-Papers Währungsentwicklungen in den 42 wichtigsten Steueroasen weltweit analysiert. Auffällig: Alle sieben frei schwankenden Währungen legten im Jahresvergleich zu und gewannen an Wert.

(fw/rm) Eine Analyse der wichtigsten Steueroasen der Welt des Londoner Währungsexperten Ebury hat ergeben, dass lokale Währungen von Steueroasen im vergangenen Jahr an Wert gewonnen haben. Auch die kurzfristige Wertentwicklung lokaler Währungen ist positiv und wurde durch die Veröffentlichung der sogenannten Panama-Papers nicht beeinflusst. Als Steueroasen gelten Staaten oder Gebiete, die nur geringe oder gar keine Steuern auf Einkommen und Vermögen erheben. Diskretion – etwa in Form eines rechtsgültigen  Bankgeheimnisses – und politische Stabilität sind ebenfalls charakteristisch für Steueroasen – nebst der oftmals tropisch-paradiesischen Lage. Von 42 untersuchten Steueroasen verfügen 31 (73,81 Prozent) über eine eigene Währung, die jedoch oft fest an Leitwährungen (vor allem US-Dollar) gebunden sind. Dadurch können sie im Wert nicht frei schwanken, sondern unterliegen etwaigen Schwankungen der Währung, an die sie gebunden sind. Nur sieben der 31 Steueroasen mit eigener Währung (22,58 Prozent) haben keine feste Preisbindung. Auch die Währung Panamas, der Balboa (PAB), hat eine feste Preisbindung. Er ist im Verhältnis 1:1 an den US-Dollar gekoppelt. Ebury hat die Werte dieser frei schwankenden Währungen einerseits jahresübergreifend analysiert. Andererseits wurde betrachtet, ob eine kurzfristige Kursschwankung nach der Veröffentlichung der Panama Papers zu erkennen war. Ebury-waehrungsentwicklung Fazit: Die Mehrheit der freischwankenden Währungen haben jahresübergreifend zwischen 2,3 Prozent und 11,5 Prozent an Wert gewonnen. In der Zeit wenige Tage vor und nach der Veröffentlichung der Panama Papers waren hingegen keine großen Schwankungen zu erkennen. Lediglich die Seychellen-Rupie und der Vatu gaben minimal um jeweils 0,7 Prozent nach. Eine Korrelation zu den Panama Papers ist hierbei nicht festzustellen. Ebury-Deutschland-Chef Heiko Müller dazu: “Die Wechselkurse in den untersuchten sogenannten Steueroasen blieben von der Veröffentlichung der Panama-Papers am 03.04.16. generell unberührt. Allerdings ist auffällig, dass der Samoanische Tala zwischen dem 01.04. und dem 18.04. recht stark aufwertete. Wenn große Mengen an Devisen in ein anderes Land fließen – meistens über Direktinvestitionen -, wertet die heimische Währung auf. Das kann verschiedenste Gründe haben – einen Zusammenhang mit den Panama Papers sehen wir nicht.” www.ebury.de