Vorsicht vor zu viel Euphorie

Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt von Eyb & Wallwitz / Foto: © Eyb & Wallwitz

Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich im Januar weiter verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg den vierten Monat in Folge, um 1,6 auf 90,2 Punkte. Auf dem aktuellen Niveau signalisieren die Daten in etwa eine Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal. Der derzeitige Konjunkturoptimismus für Europa scheint dennoch überzogen, meint Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar um 1,6 auf 90,2 Punkte gestiegen, und damit in etwa wie erwartet. Es war bereits der vierte Anstieg in Folge. Die Geschäftserwartungen für die nächsten 6 Monate haben sich deutlicher verbessert als erwartet. Die Geschäftslage hat sich dagegen wieder etwas eingetrübt. Besonders stark ist die Stimmung zu Jahresbeginn in der Industrie und dem Handel gestiegen. Gründe sind der spürbare Rückgang der Energiekosten und die nachlassenden Sorgen vor einer Gasmangellage sowie die Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Lieferketten und der Nachfrage in China nach der Lockerung der Zero-Covid-Politik. Im Baugewerbe haben sich die Aussichten im Januar dagegen kaum aufgehellt. Der Anstieg der Zinsen drückt hier weiterhin auf die Erwartungen.

Aussichten für Anleger

Insgesamt schürt der ifo Geschäftsklimaindex die Hoffnung, dass die deutsche Wirtschaft einer Winterrezession entgehen kann. Auf dem aktuellen Niveau signalisieren die Frühindikatoren in etwa eine Stagnation der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal. Der derzeitige Konjunkturoptimismus für Europa scheint aber übertrieben. Denn der Inflationsdruck ist nach wie vor zu hoch und anders als die FED wird die EZB das Zinstempo in den kommenden Monaten noch nicht reduzieren. Die strafferen Finanzierungskonditionen belasten die Inlandsnachfrage und der stärkere Außenwert des Euro bremst das Exportgeschäft