Vontobel: Verstärkte Integration von finanzpolitischen Fragen ist angebracht

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„Für das langfristige Überleben einer Europäischen Währungsunion, wird eine politische Union zur notwendigen Bedingung.” Ist diese Aussage auch aus heutiger Perspektive noch richtig? Dr. Thomas Steinemann, Chefstratege der Vontobel-Gruppe geht in seinem aktuellen Marktkommentar dieser Frage nach und fordert eine nachhaltige Lösung der Euro-Krise.

(fw/ah) Für das langfristige Überleben einer Europäischen Währungsunion (EWU), wird deshalb eine politische Union zur notwendigen Bedingung. Grundsätzlich ist diese Aussage noch richtig, so Dr. Steinemann, Ergänzungen seien aber angebracht – insbesondere was die Forderung nach einer politischen Union anbelangt. Der Fall der Bank Dexia zeige, dass einige Banken trotz angeblich bestandener Stresstests unterkapitalisiert sind. Bei Dexia springen Frankreich und Belgien ein. Wer allerdings für alle anderen Institute bürgen wird, ist noch unklar. Unabdingbar, so die Ansicht des Chefstrategen der Vontobel-Gruppe, sei ebenfalls die Stabilisierung Italiens und Spaniens, damit das Zinsniveau sinkt. Beide Länder könnten sich die aktuellen Zinsen langfristig nicht leisten. Die Emission gemeinsamer Eurobonds wäre bei

Erfüllung der Maastricht-Kriterien relativ problemlos möglich und würde ein starkes Zeichen nach außen setzen. Zweifellos ist eine nachhaltige Lösung der Probleme der Europäischen Währungsunion nur über eine verstärkte Integration von wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen und am Ende über eine staatenübergreifende Lösung erreichbar, resümiert Dr. Steinemann.

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