Vontobel: Untergewichtung der Aktienquote

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Die Schweizer Bank Vontobel beleuchtet in einem aktuellen Marktkommentar die Entwicklungen auf den Anleihe- und Aktienmärkten. Hinsichtlich amerikanischen und europäischen Aktien ist man eher verhaltend eingestellt und baut Liquidität auf.

(fw/ah) Die weiter schwelende Euro-Krise und niedrigere Gewinnerwartungen machten Aktienmärkten zu schaffen, so lautet das Resümé der Schweizer. Die Auswirkung der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit auf AA+ schätzt Vontobel insbesondere für die Anleihenmärkte als gering ein. Hingegen hat Vontobel seine Prognosen für die globale Konjunktur und Unternehmensgewinne nach unten angepasst und Aktien aus den USA, Europa und den Schwellenländern reduziert sowie Industriemetalle abgebaut.

Auch die globalen Wachstumsperspektiven haben sich eingetrübt. Beispielsweise ist der Einkaufsmanagerindex in den USA markant zurückgegangen. Die Tatsache, dass noch nicht klar ist, welche Bereiche von den für November 2011 angekündigten Budgeteinsparungen betroffen sein werden, wird die Investitionsbereitschaft der Unternehmen beeinträchtigen. Die Konsumenten werden die Ausgaben für langlebige Konsumgüter zumindest verschieben. Vontobel hat deshalb seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den USA für 2011 und 2012 deutlich auf 1,8 Prozent beziehungsweise 2,5 Prozent reduziert. Die Divergenzen an den globalen Anleihenmärkten haben sich weiter ausgeweitet. Während die Zinsen der als sicher geltenden deutschen, schweizerischen aber auch amerikanischen Staatsanleihen gesunken sind, stiegen insbesondere die von Italien und Spanien weiter an. Dies veranlasste die EZB zu Käufen von Staatsanleihen dieser Länder. Der ungewohnte und unangenehme Schritt der EZB ist zu begrüßen, denn Italien und Spanien müssen unter allen Umständen in der Lage bleiben, sich an den Kapitalmärkten zu vertretbaren Konditionen zu refinanzieren.

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