Vontobel: Krisen ohne Ende

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Die Aktienmärkte, die sich im Vorfeld des Euro-Treffens auf den „großen Wurf“ eingestellt hatten, reagierten verhalten. Was bedeutet all dies für die Investoren? Dieser Frage geht Dr. Thomas Steinemann, Chefstratege der Vontobel-Gruppe, in einer aktuellen Marktanalyse nach.

(fw/ah) In diesem nach wie vor unsicheren Umfeld bevorzugt Vontobel weiterhin defensive Anlageklassen, die Eigenschaften von Risikopuffern haben. Dazu gehören Bargeld, bis zu einem gewissen Grad deutsche und schweizerische Staatsanleihen, Edelmetalle und geeignete Hedgefonds-Strategien. Innerhalb des Aktienbereiches, der trotz einer Untergewichtung in unseren Portfolios unbedingt eine Rolle spielen sollte, ist ein Fokus auf Qualitätstitel sowie auf die Themen „Dividenden“ und „Value“ angezeigt.

Die Beschlüsse werfen neue Fragen auf, zum Beispiel hinsichtlich des „freiwilligen“ Schuldenverzichts jener Banken, die griechische Staatstitel halten. Die formelle „Freiwilligkeit“ war nötig, denn nur so ließ sich eine offizielle Zahlungsunfähigkeit Griechenlands verhindern. Bei einem Staatsbankrott wären die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) – eine Versicherung gegen den Ausfall von Obligationen – fällig geworden, was eine Kettenreaktion zur Folge gehabt hätte. Allerdings ist es ja gerade der Sinn einer Versicherung, einen Schutz im Schadensfall zu bieten. Ein weiteres ungelöstes Problem: Das zusehends schrumpfende Vertrauen in die nach wie vor unzureichenden Lösungen der EU äußert sich auch in einem unaufhaltsamen Anstieg der italienischen Anleiherenditen. Diese sind seit längerem nicht mehr tragbar für das südeuropäische Land, das mit einem Zinsniveau von rund drei Prozent nicht aber von sechs Prozent leben kann. Eine Reduktion der italienischen Zinsen ist deshalb unumgänglich.

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