Volatilität voraus

Daniel Zindstein / Foto: © Zindstein Vermögensverwaltung GmbH

Die Trump-Rallye, ausgehend von den US-Aktienbörsen hält nun den dritten Monat in Folge an. Ein Plus von über 13% im breiten S&P500 ist zu verzeichnen und man hat den Eindruck, dass die europäischen Märkte regelrecht „mitgeschleift” werden, jedoch nicht unbedingt aus eigener, innerer Stärke und Überzeugung steigen.

Zu Unrecht, denn die Wirtschaftsdaten in Europa rechtfertigen durchaus eine eigene positive Sicht, die auch ohne Phantasie hinsichtlich irgendwie gearteter „Trumponomics” auskommen könnte.

Europäische Wirtschaftsdaten positiv

Zum einen sind hier die Arbeitslosenzahlen zu nennen, die im Großteil der Eurozone seit 2014 stetig fallen und jüngst mit 9,6% auf einem Niveau angekommen sind, welches zuletzt vor über sieben Jahren erreicht wurde! Strukturell stark daran ist, dass nahezu alle Länder diesen positiven Trend verzeichnen. Die stärksten Rückgänge werden aus Spanien, Portugal und Irland gemeldet, also den ehemaligen Problemländern. Eigentlich sind es nur zwei Kandidaten, die bisher erfolgreich verhindern, dass sich das positive wirtschaftliche Umfeld auf die heimischen Arbeitsmärkte niederschlägt: Italien und Österreich.

Nun sind die Arbeitsmarktzahlen immer ein Blick in den Rückspiegel, der jedoch zeigt, wie die strukturelle ökonomische Gesundung in Europa Traktion gewinnt – zwar langsam, aber stetig. Nun ein Blick auf das aktuelle Geschehen und die Aussichten für die Zukunft:

Rückenwind erhält die europäische Wirtschaft von der Stimmung in den USA und der weltweiten Konjunkturerholung. So verzeichnet der sentix-Konjunkturindex Global den höchsten Wert seit 2011 und die USA erwarten nichts anderes als einen Boom.

In diesem Umfeld profitieren natürlich auch die exportstarken europäischen Länder und Branchen, die darüber hinaus noch einen zusätzlichen Schub über den schwachen Euro erhalten. Sowohl die Einkaufsmanagerindizes für die Dienstleister als auch die Umfragewerte aus dem verarbeitenden Gewerbe notieren auf Mehrjahreshochs. Letzteres ist besonders erfreulich, da die westliche Welt seit Jahren unter einer Investitionsschwäche der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes leidet.

Darüber hinaus erlebt Deutschland einen Konsum-Boom, der hauptsächlich Ursache für das Wirtschaftswachstum in 2016 war. Sollte dieser anhalten und der Export sowie Inlandsinvestitionen sich beleben, wäre das ein äußerst positives Szenario.

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