Volatile Geldanlagen – Chance oder Risiko?

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Die Zeit der niedrigen Zinsen geht vielen Privatanlegern inzwischen direkt an die Nerven. Sie flüchten sich immer häufiger in volatile Geschäfte an der Börse und versuchen dort ihr Glück. Einigen Unternehmen gelingt es wiederum, mit Cannabis oder Blockchain-Werten für Aufmerksamkeit zu sorgen. Doch unter welchen Gesichtspunkten handelt es sich um eine richtige Reaktion auf die aktuellen Niedrigzinsen?

Performance nur selten überzeugend

Es sind windige Aktien von unbekannten Unternehmen, die immer wieder zum Ziel für die dubiosen Käufe werden. Doch da sich viele Anleger davon beeinflussen lassen, können immer wieder Kursrallyes vom Zaun gebrochen werden. Dann verdoppelt sich der Wert von so mancher Aktie innerhalb von nur wenigen Tagen. Doch bislang sind diese Gewinne ohne Ausnahme kurzfristiger Natur. Dadurch kann nicht von einem Investment gesprochen werden. Vielmehr handelt es sich um eine Spekulation mit dem Ziel, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Dabei ist auch der Totalverlust durchaus möglich.

Wer sich als Privatanleger nun auf das Parkett der Börse wagt, ist zunächst auf die richtigen Erfahrungswerte angewiesen. Einerseits ist der Blick auf aktuelle Wirtschaftsnews und Analysen bedeutend, die in jede Entscheidung einfließen sollten. Eine übersichtliche und kompetente Zusammenstellung ist etwa auf der Seite von GeVestor zu finden. Hinzu kommt die Verantwortung, jeden Kauf genau zu überdenken. Ein Gefühl für die Märkte lässt sich etwa mit einem Demokonto erreichen. Dort werden alle Käufe und Verkäufe simuliert, wodurch zunächst kein echtes Geld eingesetzt werden muss.

Es gibt einen Mittelweg

Gleichsam war dies ein sehr radikales Beispiel, was die Mechanismen an der Börse betrifft. Denn nicht nur Unternehmen fragwürdiger Branchen lassen sich dort erwerben. Wer als Privatanleger über einen langen Horizont der Anlage verfügt, der ist etwa gut damit beraten, zunächst große und gestandene Unternehmen in den Blick zu nehmen. In den vergangenen Jahren führten etwa die Käufe von Amazon, Alphabet und Apple stets zu den ersehnten Renditen. In Deutschland halten sich Unternehmen wie Allianz oder Daimler bereits seit Jahren stabil im DAX und zahlen zudem hohe Renditen an ihre Aktionäre aus. So ist es unter dem Strich nicht möglich, das Risiko einer jeden Aktie an der Börse gleichzusetzen.

Diversifikation lautet das Stichwort

Doch was bleibt 2019 der wichtigste Grundsatz für ein souveränes Investment an der Börse? Es ist die Diversifikation. Wer dazu in der Lage ist, sein Geld nicht nur in ein Land, eine Branche oder gar ein Unternehmen zu investieren, der hat bereits einen wesentlichen Vorteil auf seiner Seite. Den großen Vorteil der Diversifikation tragen zum Beispiel die derzeit so beliebten ETFs in sich. Hierbei handelt es sich um passiv gemanagte Fonds, die zumeist einen Index abbilden. In ihnen sind stets viele verschiedene Werte enthalten, was sie in Zeiten einer Krise beständiger macht, als die Aktien einzelner Unternehmen. Experten raten deshalb auch für das kommende Jahr mit gutem Grund dazu, das eigene Risiko zu streuen und so mehrere Eisen im Feuer zu haben.

Diversifikation bedeutet auf der anderen Seite auch, nicht alle verfügbaren Einlagen in die Börse zu investieren. Edelmetalle wie Gold, Immobilien und ähnliches verhelfen ebenfalls zu einer breiten Streuung, welche den Wert auf Dauer beständiger werden lässt. Auch hier sind Anleger im Vorteil, die sich vor ihrem Kauf den einen oder anderen Gedanken machen.

Weiter gute Vorzeichen

Eine gute Grundlage für eine positive Entwicklung des Aktienmarktes 2019 ist bereits gegeben. Denn nach den Angaben der EZB wird die erste Anhebung der Zinsen noch mindestens bis Juni des kommenden Jahres auf sich warten lassen. Für diesen Zeitraum steht den Märkten also noch günstiges Kapital zur Verfügung, das für Investitionen eingesetzt werden kann. In den USA wird aktuell deutlich, dass auch eine leichte Anhebung der Zinsen noch nicht das Aus für die Börse bedeuten muss. Schon zum wiederholten Male wurden die Zinsen dort erhöht, doch noch immer kann sich der Dow Jones auf einem hohen Niveau halten. Dieser Umstand lässt sicher auch in Europa den einen oder anderen Investor etwas aufatmen.

Gastbeitrag