VIG verdient trotz Niedrigzinsen gut

Generaldirektorin VIG Prof. Elisabeth Stadler
Professorin Elisabeth Stadler CEO Vienna Insurance Group © VIG

Die österreichische Vienna Insurance Group kann trotz der niedrigen Zinsen im internationalen Geschäft Gewinne nach Plan realisieren. Auch die Leistungsquoten bleiben unter 100 Prozent.

2016-05-24 (fw/db) Die Vienna Insurance Group für das erste Quartal des Geschäftsjahrs 2016 eine planmäßige Entwicklung. Das Prämienvolumen stieg um 3,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ohne Einmaleinlagen. In Summe ergab sich durch den selektiven Verkauf von Einmaleinlagen ein leichtes Prämienminus von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Combined Ratio des Konzerns nach Rückversicherung belief sich im Berichtszeitraum auf 97,8 Prozent und lag damit weiterhin deutlich unter der 100-Prozent-Marke. Der Gewinn (vor Steuern) betrug 101,5 Mio. Euro. Im 1. Quartal 2016 erwirtschaftete die VIG ein Finanzergebnis von 236,0 Mio. Euro. Dieses lag um 13,7 Prozent unter dem Wert der Vorjahresperiode, was vor allem auf niedrigere realisierte Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen bei Anleihen und Ausleihungen sowie bei Investmentfonds zurückzuführen ist. „Das Niedrigzinsumfeld belastet erwartungsgemäß unser Finanzergebnis. Wir gehen auch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres von einem entsprechend negativen Effekt aus. Wie der Gewinn (vor Steuern) des 1. Quartals zeigt, sind wir jedoch im Plan, unser Ziel für 2016 – die Verdoppelung des Gewinns (vor Steuern) 2015 auf bis zu 400 Mio. Euro – zu erreichen“, betont Prof. Elisabeth Stadler, Vorstandsvorsitzende und Generaldirektorin der Vienna Insurance Group. Die Kapitalanlagen des Konzerns einschließlich der liquiden Mittel stiegen um 2,6 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro (Stand 31.3.2016). Lebensversicherung mit laufender Prämie weiter im Aufwärtstendenz Während das Niedrigzinsumfeld allgemein zu einem Rückgang bei den Einmaleinlagen geführt hat, entwickelte sich die Lebensversicherung mit laufender Prämienzahlung positiv. Zuwächse gab es in der Tschechischen Republik und in Ungarn. Zuwächse im schwierigen Umfeld für Kfz-Versicherungen In einigen Märkten ist die VIG mit einer Wettbewerbssituation in der Kraftfahrtversicherung (Kfz) konfrontiert. Dennoch verzeichneten die VIG in Rumänien und der Türkei hohe Zuwächse im Kfz-Versicherungsgeschäft. Polen zeigte in dieser herausfordernden Marktsituation trotzdem eine Combined Ratio unter der 100-Prozent-Marke. Baltikum mit neuer Struktur Das Baltikum umfasst die Länder Estland, Lettland und Litauen. Die baltischen Konzerngesellschaften erzielten eine signifikante Prämiensteigerung auf 34,3 Millionen Euro. Dieser Zuwachs ist unter anderem auf die Erstkonsolidierung der neu gegründeten Versicherungsgesellschaft Compensa Nichtleben sowie des erworbenen Sachversicherers Baltikums zurückzuführen. Sonstige CEE – Prämien wachsen zweistellig Im von der VIG festgelegten Segment „Sonstige CEE“, das die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Moldau, Serbien und Ukraine umfasst, konnte im ersten Quartal 2016 wieder ein zweistelliges Prämienwachstum (+13,5 Prozent) erzielt werden. Dazu konnten insbesondere die von der VIG als Wachstumsmärkte definierten Länder Kroatien und Serbien beitragen. Dietmar Braun