Vielen Frauen droht finanzielles Ungemach

Für viele Frauen sind Finanzen ein Buch mit sieben Siegeln / Foto: © samuel - stock.adobe.com

Um das Finanzwissen der Deutschen steht es schlecht, das gilt besonders für Frauen. Diese ticken in Finanzfragen zudem anders als Männer – mit zum Teil negativen Folgen. Bezüglich des aktuellen Zinsniveaus sind Frauen pessimistischer als Männer – und bezweifeln häufiger den Sinn dieser Maßnahmen.

Geldangelegenheiten sind vor allem Männerangelegenheiten: Dieses Klischee wird durch eine von AXA in Auftrag gegebene Studie bestätigt. So gaben in der Umfrage, für die das Marktforschungsinstitut YouGov ca. 2.000 Online-Interviews durchführte, 28 % der weiblichen Befragten keine Antwort auf die Frage, mit welchen Geldanlagen man langfristig am besten Vermögen aufbauen kann. Bei den Männern hatten nur 14 % der Befragten keine Meinung dazu. Ein wesentlicher Grund, warum sich viele Frauen in Finanzfragen so wenig zutrauen, könnte sein, dass viele nur über ein sehr begrenztes Basiswissen zu diesem Thema verfügen. So trauen sich 68 % aller Frauen keine Einschätzung zu aktuellen Inflationsrate zu, bei den Männern sind es nur 42 %. Insgesamt sind es 55 % aller Deutschen, die nicht sagen können, wie stark der Euro jedes Jahr an Wert verliert. Diese Zahlen sind durchaus erstaunlich und in gewissem Maße erschreckend, da die Inflationsrate immer wieder in den Nachrichten bekannt gegeben wird. „Wir beobachten, dass die Deutschen insgesamt Wissenslücken in Sachen Geldanlage aufweisen, Frauen hier aber eine besonders extreme Position einnehmen. Doch sind es gerade Frauen, die im Alter häufiger mit einer Versorgungslücke zu kämpfen haben und sich deshalb vermehrt mit ertragreicher Geldanlage auseinandersetzen sollten“, resümiert Monika Tautorus, Leiterin Vorsorge bei AXA in Deutschland, die Studienergebnisse.

Börse wird gemieden – vor allem von Frauen

Klassische Geldanlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten haben längst ausgedient, da die Zinsen hierfür weit unter der Inflationsrate liegen und Anleger damit real Geld verliehen. Entsprechend ist zur Geldvermehrung mehr Risiko erforderlich, beispielsweise durch Aktivitäten an der Börse. Jedoch ist die Bereitschaft hierfür unter den Deutschen noch deutlich ausbaufähig. So bejahte nur jeder zweite befragte Mann die Aussage, dass „Geld an der Börse anzulegen hochinteressant“ sei. Bei den Frauen waren es lediglich 34 %. Nicht nur über die Anlagewege, sondern auch die Anlageprodukte sind sich die Geschlechter nicht einig: So empfinden Frauen am häufigsten (37 %) Erneuerbare Energien als interessanteste Anlagechance, Männer nannte dagegen Künstliche Intelligenz am häufigsten (40 %) als interessantestes Anlageprodukt.

Weibliche Zinsresignation?

Das wohl prägendste Thema der Finanzwelt in den letzten Jahren sind die rekordniedrigen Zinsen. Die Einstellungen der Anleger zu den niedrigen Zinsen sind zwischen den Geschlechtern unterschiedlich. So glauben immerhin ein Drittel der Männer, dass in den nächsten beiden Jahren die Zinsen wieder steigen – eine Hoffnung, die nur von einem Fünftel der Frauen geteilt wird. Jede zehnte Frau glaubt sogar, dass das aktuelle Zinstief noch nicht das Ende ist und die Zinsen noch weiter in den Keller rutschen werden.

Hinter der Niedrigzinspolitik der EZB steckt die Annahme, dass die Banken damit mehr Kredite an Unternehmen vergeben und die Wirtschaft somit angekurbelt wird. Immerhin 22 % der Männer glauben, dass dieses Ziel erreicht wird und dass die Niedrigzinsen gut für die Wirtschaft sind. Bei den Frauen sind es lediglich 8 %. (ahu)

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