Viele Makler sind schlechte Vorbilder

Philipp Kanschik, Projektverantwortlicher für die Maklerrente bei Policen Direkt / Foto: © Policen Direkt

Jeden Tag kümmern sich Versicherungsmakler um die Altersvorsorge ihrer Kunden. Über ihren eigenen Ruhestand machen sie sich aber häufig gar keine Gedanken –  obwohl er oftmals schon an die Tür klopft.

Das Durchschnittsalter der Versicherungsmakler liegt bei über 50 Jahren, weshalb viele in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aus Altersgründen aus dem Markt ausscheiden werden. Wie es mit den Kunden weitergehen soll, die von diesen Maklern betreut werden, ist häufig offen. So gaben in einer  Befragung unter dem Vertriebsnetzwerk von Policen Direkt von den 380 teilnehmenden Maklern 85 % an, ihre Nachfolge noch nicht geregelt zu haben – obwohl zwei Drittel der Makler bereits ihren 55. Geburtstag hinter sich haben und 15 % bereits das aktuelle Rentenalter von 65 Jahren erreicht haben. Phillip Kanschik sieht diese Zahlen mit großer Sorge. „Dass Zukunftsfragen noch nicht geklärt oder noch nicht einmal gestellt sind, ist für uns eine deutliches Alarmzeichen“, so der Projektverantwortliche für die Maklerrente bei Policen Direkt und Initiator der Studie. „Denn Zeit ist ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht, die Nachfolge ordentlich zu regeln.“ So empfiehlt er, das Thema mindestens drei Jahre vor dem geplanten Ruhestand anzugehen – idealerweise noch früher.

Trotz des hohen Alters der Makler scheint für viele der Ruhestand noch weit weg. So gaben nur 5 % der Umfrageteilnehmer an, innerhalb der nächsten zwölf Monate aus dem Markt ausscheiden zu wollen. Jedoch plant jeder dritte, dies in den kommenden fünf Jahren zu tun. Für den Abschied ist vor allem das Alter ein entscheidender Faktor. So ist die Hälfte der Befragten sicher, dass sie aus Altersgründen aus dem Beruf ausscheiden werden, andere Faktoren spielen dabei nur eine geringere Rolle, wie Philipp Kanschik erklärt. „Offenbar stehen Versicherungsmakler zu ihrem Beruf und sehen sich auch gut aufgestellt. Denn nicht einmal jeder 5. lässt sich durch Bürokratie, Konkurrenz und Digitalisierung den Spaß so nachhaltig verderben, dass er deswegen ans Aufhören denkt.“

Was soll mit dem Bestand passieren?

Versicherungsmakler, die über Jahrzehnte im Markt tätig waren, haben einen großen Kundenbestand aufgebaut, der auch noch Betreuung bedarf, wenn der Makler seine Tätigkeit aufgibt. Dass den Vermittlern wichtig ist, dass ihre Kunden auch dann noch gut betreut sind, wenn sie selbst im Ruhestand sind, belegt die Tatsache, dass 66 % der Befragten angaben, die Suche nach einem geeigneten Nachfolger als größte Herausforderung in der Bestandsnachfolge zu sehen. Für 45 % ist der gute Preis für das eigene Lebenswerk der wichtigste Aspekt. „Den meisten Versicherungsmaklern geht es in erster Linie darum dass ihre Kunden in Versicherungsfragen gut beraten sind. Sie scheinen erkannt zu haben, dass es finanzielle wie soziale Folgen haben kann, wenn Kunden unzufrieden sind und die Betreuung wechseln“, interpretiert Philipp Kanschik die Studienergebnisse.

Unter den Nachfolgelösungen erfreuen sich Rentenmodelle offensichtlich größter Beliebtheit. So gaben mehr als 32 % der Befragten an, so den Ruhestand angehen zu wollen. „Wir werten als großen Erfolg, dass unsere Lebensrente ein gutes halbes Jahr nach Einführung schon diesen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Wir haben offenbar einen Nerv getroffen“, so Phillip Kanschick. (ahu)

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