Vermögensverwalter vorsichtig optimistisch

Vermögensverwalter lassen sich nicht verunsichern

Entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung Europas werden wohl der Brexit und die weitere Entwicklung im Handelsstreit mit den USA sein. Welche Auswirkungen diese beiden Entwicklungen haben werden, wird von den Vermögensverwaltern sehr unterschiedlich gesehen. Während etwas mehr als die Hälfte für Europa wegen diesen beiden Risiken einen trüberen Ausblick erwartet, schätzen 41 %, dass durch Brexit und Handelsstreit keine entscheidenden Auswirkungen auf Europa zukommen. Während der Handelsstreit durchaus schnell gelöst sein könnte, ist der Brexit eine wohl feststehende Tatsache. Entsprechend sorgt dieser für eine Veränderung der Allokation von Assets: So wollen zwei Fünftel der Befragten ihre Investments reduzieren und begründen dies mit nicht absehbaren Risiken. Doch auch der Handelsstreit, den US-Präsident Trump angezettelt hat, hinterlässt seine Spuren in den Köpfen der Vermögensverwalter: So sehen 58 % der Befragten China als größtes Sorgenkind an. Italien und die USA treiben je 12 % der Befragten Sorgenfalten auf die Stirn.

„Obwohl die unabhängigen Vermögensverwalter ein positives Börsenjahr erwarten, ist der Einfluss geopolitischer Entwicklungen auf die Prognosen nicht abzustreiten. Ob US-Strafzölle, Brexit oder italienischer Haushaltsstreit: die Unwägbarkeiten – und möglicherweise Volatilität – für Vermögensverwalter sind 2019 vielfältig“, erklärt Katja Müller, Bereichsleiterin Sales & Relationship Management und Mitglied der Geschäftsleitung von Universal-Investment.

Die unabhängigen Vermögensverwalter haben ebenfalls klare Empfehlungen für das ideale Privatanleger-Depot im kommenden Jahr: „Aktien bleiben die erste Wahl“, bringt es Christoph Gum von Private Alpha Switzerland auf den Punkt. Der Fokus sollte mit über 50 % auf Wertpapieren liegen, dann folgen Renten mit 26 % sowie Alternative Investments. Der Schlüssel bleibt allerdings die Risikostreuung. Breit über verschiedene Anlageklassen wie Immobilien, Gold und Edelmetalle oder ESG streuen und auf Aktien aus (europäischen) Industrienationen setzen, empfehlen die Profis. „Gemäß der alten Kaufmannsregel liegt der Gewinn des Jahres 2019 im billigen Einkauf 2018. Wenn man systematisch breit gestreut mit vielen unabhängigen Einzelideen global investiert, stellen sich die Erträge über die Trefferquote automatisch ein“, untermauert Lutz Röhmeyer von Capitulum Asset Management seine Empfehlung.

Bei der Wahl der richtigen Länder ist im Vergleich zum Vorjahr der Anteil von Aktien aus Industrienationen um sechs Prozentpunkte auf 43 % gestiegen, während Emerging Markets in der Gunst der Experten ebenso viel verloren haben und nur noch sechs Prozent des Depots ausmachen sollten. Den größten Block im Ländervergleich sollten europäische Werte (26 %) bilden, dicht gefolgt von US-Aktien (25 Prozent) und deutschen Papieren (24 %). „Aus einer fundamentalen Bewertungssicht sind Aktien in Europa günstig bewertet, wenn es keine globale Rezession geben wird“, begründet unter anderem Manfred Gridl von Gridl Asset Management die Empfehlungen. Bezogen auf die unabsehbaren Risiken durch politische Entwicklungen empfiehlt Henning von Issendorf von Tungsten Capital: „Im kommenden Jahr muss man Volatilität aushalten und in seiner strategischen Asset Allocation langfristig denken.“ (ahu)

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