Vermittler-Aufsicht durch IHK erfolgreich

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Laut EIOPA ist die deutsche Versicherungsvermittler-Aufsicht durch die IHK die strengste in ganz Europa. Damit trotzt das Kammersystem der Kritik, in einem Interessenkonflikt zu stehen.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen (EIOPA) hatte Mitte Dezember ihren „zweiten jährlichen Bericht über verwaltungsrechtliche Sanktionen und andere Maßnahmen im Rahmen der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD)“ für 2020 vorgelegt. Laut der Auswertung verhängte Deutschland dabei die meisten Sanktionen. Insgesamt lagen diese europaweit bei 1.942, allein 1.562 kamen aus der Bundesrepublik. Das macht 80,4 % aller Sanktionen aus. Bereits im Vorjahr lag der deutsche Anteil bei 82,6 % aller verhängten Sanktionen. Das IHK-Kammernsystem, das für die Vermittleraufsicht zuständig ist, zeigte sich also weiterhin aktiv und im europäischen Vergleich besonders streng.

„In anderen europäischen Ländern mit einer Kontrolle durch die Finanzaufsicht wird drastisch weniger sanktioniert. Das System der Vermittleraufsicht durch die IHKs in Deutschland funktioniert, das belegen diese Zahlen eindeutig“, analysiert AfW-Vorstand Frank Rottenbacher die EIOPA-Auswertung. Laut AfW widerlegen die Ergebnisse von 2019 und 2020 klar, dass eine Vermittlerkontrolle nur durch die Finanzaufsicht, in Deutschland also die BaFin, wirksam sei. Diese These haben Verbraucherschützer und auch SPD und Grüne zuvor geäußert. „Die Unterstellung, dass das Kammersystem aus einem Interessenkonflikt heraus seine eigenen Mitglieder nicht sanktionieren würde, wird klar widerlegt. Das Kammersystem eignet sich daher auch für eine Aufsicht aller § 34f und § 34i Vermittler“, interpretiert Rottenbacher die Zahlen weiter.

Mit 48,3 % fiel der größte Anteil aller Sanktionen auf Fehler bei der regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung zurück. Der AfW hofft, dass die gemeinsam von DIHK und BaFin erarbeiteten und ständig aktualisierten FAQ zur Erfüllung der 15-Stundenverpflichtung zu einem Rückgang dieser Sanktionen führen. Der vollständige EIOPA-Bericht steht hier zur Verfügung. (lb)