Value Aktien sind eine Investition wert

Guido vom Schemm, Geschäftsführer GVS Financial Solutions GmbH / Foto: © GVS

Wenn man sich die Kursentwicklung der Technologieaktien und Zyklikern anschaut, kann man als Value-Anleger neidisch werden. Die „werthaltigen“ Titel laufen seit etwa zwei Jahren deutlich schlechter als Aktien mit großer Kursfantasie. Zahlreiche Anleger die jahrelang auf Value-Aktien setzten, stellen sich jetzt die Frage, ob sie nicht doch in die gutlaufenden Branchen umschichten sollen, sodass sie endlich zweistellige Renditen erzielen. Oder steht den Value-Aktien ein Comeback bevor?

Mit Aktien wie Apple, Facebook, Netflix, Google, Goldman Sachs und Co konnte man in diesem Jahr zwischen 15 % und 30 % erwirtschaften. Auf Sicht von zweieinhalb Jahren waren zwischen 50 % und 200 % drin. Wer stattdessen auf Value Aktien setzte, blieb zurück. Der Russell-1000- Value-Index gewann 2017 seit Januar gerade einmal 5,7% und auf Sicht von zwei Jahren 18 %. Zum Vergleich legte der Russell-1000-Growth-Index alleine in diesem Jahr um 18,9 Prozent zu. Diese Angaben beziehen sich wohlgemerkt auf die Performance in US-Dollar. Somit nahmen Growth-Aktien ihren Value-Pendants klar den Wind aus den Segeln. Doch gerade jetzt gibt es ein Argument für Value Aktien.

 

Betrachten wir zunächst die Definition einer Value-Aktie. Hinter der Value-Strategie steht die Absicht, an der Börse Unternehmen zu finden sind, deren Wert gegenwärtig noch im Verborgenen schlummert. Zunächst versucht der Value-Investor, “werthaltige” Unternehmen aufzuspüren, welche ein geringes Kurs-Gewinn- und Kurs-Buchwert-Verhältnis aufweisen. Diese Unternehmen zeichnen sich zumeist auch durch eine gute Marktposition, überdurchschnittliche Profitabilität und eine stabile Gewinnentwicklung aus. Der Value-Investor spekuliert also darauf, dass der Markt die Werthaltigkeit der Gesellschaft – aus welchem Grund auch immer – verkennt und in nächster Zeit zu besserer Einsicht gelangt.

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