Unzufriedene Bankberater

Christian Hammer, Geschäftsführer der NFS Netfonds Financial Service GmbH / Foto: © NFS Netfonds Financial Service

Mehr Fusionen, mehr Filialschließungen und damit auch mehr Kunden pro Berater: So sehen Deutschlands Bankberater die Zukunft der Branche.

Im Auftrag von www.selbstchef.de, dem Informationsportal der NFS Netfonds Financial Service GmbH, wurden 100 festangestellte Anlageberater bei Banken befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich in der Branche Pessimismus ausbreitet. Weil mehr als 90 Prozent der Berater davon ausgehen, dass es in Zukunft zu weiteren Filialschließungen und Fusionen kommen wird, rechnen 71 Prozent der Befragten damit, dass sie in Zukunft deutlich mehr Kunden betreuen müssen. Damit dürfte die Zahl derjenigen, denen es immer weniger oder gar nicht gelingt, Vorgaben und Ziele zu erreichen, weiter zunehmen. Bei der aktuellen Umfrage war dies bei einem Drittel der Befragten der Fall. Außerdem fühlen sich 37 Prozent durch die strengen Vertriebsziele etwa beim Umsatz unter Druck gesetzt. Jedem fünften Befragten drohen Sanktionen wie beispielswiese Bonuskürzungen, wenn er die Vorgaben nicht erfüllt.

Auch bezüglich der eigenen Finanzen und den Arbeitsbedingungen sind die Berater merklich unzufrieden. Während fast zwei Drittel der Meinung sind, dass nur durchschnittlich oder gar weniger verdienen, empfindet jeder Dritte die eigenen Arbeitszeiten als zu unflexibel. Fast jeder Vierte empfindet zu wenige Handlungsspielraum bei individueller Beratung und Produktauswahl. Knapp die Hälfte wünscht sich, dass strikte Vertriebsvorgagen durch Vertriebsideen ersetzt werden. „Die Banker stehen massiv unter Druck. Das frisst die vormals hohe Jobzufriedenheit in dieser Berufsgruppe auf. Unser Eindruck ist, dass der Frust enorm zunimmt“, sagt Christian Hammer, Geschäftsführer von der NFS Netfonds Financial Service GmbH, die das Informationsportal selbstchef.de initiiert hat.

Banker klammern sich an Hoffnungen

Von ihrer Kritik nehmen die Bankberater allerdings ihre Arbeitgeber aus. Vielmehr seien die Probleme in der allgemeinen Branchenentwicklung. Auch die eigene Beratungsleistung wird nicht infrage gestellt, denn nur jeder Zwanzigste meint, die Beratungsqualität der Banken habe sich generell verschlechtert.

40 Prozent sind der Meinung, die Banken hätten versäumt, sich rechtzeitig auf die Herausforderungen der Digitalisierung einzustellen. Die Berater sehen eine Vielzahl kritischer Aspekte, wie unsere Umfrage bestätigt. Sie zeichnen aber weiter ein durchaus positives Gesamtbild ihrer Arbeitgeber und klammern sich an die Hoffnung, dass der Kelch an ihnen vorüber geht“, beobachtet Christian Hammer von NFS Netfonds. “Dabei ist jetzt eine gute Zeit, die Weichen neu zu stellen. Die selbständige Finanzberatung ist eine gute Alternative zur Beratung innerhalb der Bank. Die meisten Selbständigen schätzen die Beratungsfreiheit und direkte Verantwortung zum Kunden. Zudem bauen Sie mit jedem Kunden eigene Unternehmenswerte auf, die bleiben. Die anfänglichen Anstrengungen und Risiken sind im Verhältnis zu den möglichen Zugewinnen dann doch gering.“ Wer sich mit den Alternativen zur Bank näher beschäftigen möchte, findet auf dem Informationsportal selbstchef.de praktische Hilfestellung und Beratung auf dem Weg in die Freiberuflichkeit. (ahu)