Unternehmen sorgen sich um das britische Pfund auf Rekordtief

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Heiko Müller

Der Kurs des Pfund Sterlings verzeichnete in der letzten Woche starke Verluste gegenüber Euro und US-Dollar. Der Londoner Währungsspezialist Ebury gibt seine Einschätzung dazu ab und zeichnet zudem die Entwicklung der wichtigsten Währungen der Welt in der vergangenen Woche nach und analysiert sie.

(fw) Gegen den US-Dollar nähert sich das Pfund jenen Tiefstständen an, den es 2009 während der Finanzkrise erreichte. Folglich steigt die Nervösität unter Unternehmen hinsichtlich des starken Abverkaufs des britischen Pfunds. Allerdings hält Ebury das aktuelle Niveau der Währung für günstig in Bezug auf das recht positive Fundament der britischen Wirtschaft und den vorhandenen Bloomberg-Prognosen. Zudem bewegt sich der EUR/USD-Kurs innerhalb einer engen Handelsspanne.

Das neue Jahr hat für die Finanzmärkte und Risikoanlagen generell nicht gut begonnen, während die Stabilisierung des Yuans zu Beginn der Woche und die allgemein positiven Neuigkeiten aus China ignoriert wurden. Aktien verzeichneten den historisch schlechtesten Start ins Jahr mit Verlusten der bedeutenden Indizes im zweistelligen Prozentbereich in den ersten zwei Wochen. Seit der letzten Woche werden auch die G10-Währungen davon beeinflusst, die anfangs noch belastbar schienen.

Emerging Markets-Währungen und G10-Währungen von rohstoffexportierenden Staaten erreichen weiterhin neue Tiefen, während die Rohstoffpreise weiter sinken. Beunruhigung scheinen diese Entwicklungen nicht auszulösen. Indikatoren wie der Geldfluss, den Ebury bei seinen Kunden wahrnimmt, zeigen, dass Unternehmen von diesen geringen Levels profitieren und sich für den zukünftigen Gebrauch von Emerging Market-Währungen absichern.

DIE WICHTIGSTEN WÄHRUNGEN IM ÜBERBLICK:

GBP
Die wichtigsten Neuigkeiten aus Großbritannien in der letzten Woche kamen von der Sitzung der Bank of England. Nach sechs Monaten in Folge hat sich der einzige geldpolitische Falke der Bank of England, Ian McCafferty, erneut für eine sofortige Zinserhöhung ausgesprochen und widerlegte damit die Erwartungen eines 9-0 Votings inmitten des globalen wirtschaftlichen Gegenwinds.

Außerdem war der begleitende Bericht trotz kleiner Änderungen im letzten Monat weniger gemäßigt als vom Markt erwartet wurde. Ein Kernsatz ist, dass „sich die Daten zur internationalen Aktivität seit dem Inflationsbericht aus dem November allgemein so entwickelt haben wie erwartet”. Dies suggeriert, dass die Bank of England die aktuelle Marktvolatilität spielerisch meistern kann und von den laufenden Unruhen am Finanzmarkt in China eher unbeeindruckt ist.

Politische Entscheidungsträger wiesen darauf hin, dass der neueste Einbruch der Ölpreise eine gute und langfristige Unterstützung für Ausgaben in Großbritannien sei, während die aktuelle Wertminderung des britischen Pfunds zu einem gewissen Grad positiv auf die Inflation wirken könnte. Diese Kommentare sind ein Hinweis darauf, dass eine Zinserhöhung 2016 noch möglich ist, solange sich die Lohndaten nicht wesentlich abschwächen und sich die Finanzmärkte erholen.

Vor diesem Hintergrund erscheint das aktuelle Niveau des britischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar und dem Euro als eine gute Kaufmöglichkeit.

EUR
Im Gegensatz zu den Neuigkeiten der Bank of England legen die neuesten Protokolle der EZB-Sitzung nahe, dass “einige EZB-Entscheider” Druck ausübten, die Zinsen zu senken und die quantitativen Lockerungen stärker zu erweitern, als vom EZB-Rat entschieden wurde. Die kürzliche Volatilität an den Finanzmärkten festigt diese Annahmen. Daher erwarten wir weitere geldpolitische Ankurbelungen im ersten Halbjahr diesen Jahres, die den Euro gegenüber dem US-Dollar auf Parität bringen sollten.

Die europäische Wirtschaft hat die Unruhen am Markt bisher gelassen hingenommen, allerdings wird jegliche Abschwächung der Einkaufsmanagerindizes, die in der nächsten Woche veröffentlicht werden, massiven Druck auf die EZB aufbauen, bald zu handeln.

USD
Die Hauptnachricht der Woche war die Veröffentlichung der bekanntermaßen volatilen Einzelhandelsumsätze aus dem Dezember. Die Kerndaten waren schwach und trugen zur Marktnervösität bei, durch die die US-Aktien auf Talfahrt geschickt wurden. Allerdings waren die Details ermutigender. Die November-Daten wurden von 0,2 % auf 0,4 % revidiert. Der annualisierte Zuwachs in den Einzelhandelsumsätzen liegt inflationsbereinigt mit 3,9 % auf einem gesunden Level, wobei Automobil & Treibstoff als schwächelnde Sektoren ausgenommen sind.

Die Zahlen neu geschaffener Arbeitsplätze jedoch erscheinen wichtiger als jeder andere Indikator und erwartungsgemäß verzeichnet die US-Wirtschaft 2016 Wachstumsraten im Bereich von 2-3 %, solange der Arbeitsmarkt weiterhin mit monatlich mehr als 200.000 neuen Arbeitsplätzen wächst.

Über Ebury
Ebury ist ein Londoner FinTech-Unternehmen, das speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen für internationale Finanztransaktionen bietet. Mit Ebury können Unternehmen schnell und einfach Zahlungen ausländischer Kunden in fremden Währungen empfangen, Geld zwischen international ansässigen Tochtergesellschaften transferieren, Rechnungen in über 140 Währungen begleichen und dabei von bis zu 150 Tagen Kredit profitieren und so die Liquidität erhöhen. Zudem ermöglicht Ebury Unternehmen die strategische Planung von Risiken durch Währungsschwankungen. Ebury wird von der britischen Finanzaufsicht reguliert, ist Träger des FinTechCity’s FinTech50-Awards und trägt kontinuierlich Daten zum Bloomberg Forecast (FXFC) bei. Das Unternehmen verzeichnet bereits über 5.000 Kunden, die Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro in den letzten drei Jahren getätigt haben. 2009 in London gegründet, beschäftigt das Unternehmen heute knapp 300 Mitarbeiter an fünf Standorten.

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