“Unsere Pionier-Arbeit trägt Früchte”

Volker Weber, Vorstandsvorsitzender FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen e. V. / Foto: © FNG

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Geldanlage zunehmend an Bedeutung. Das zeigt sich auch daran, dass sich in diesem Jahr erstmals eine dreistellige Anzahl an Fonds für das FNG Siegel beworben haben, darunter auch viele Neulinge. Das Siegel ist weit über die Landesgrenzen hinaus begehrt.

Auf dem historischen Römerberg in Frankfurt hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zum mittlerweile fünften Mal das FNG-Siegel verliehen. Von den 105 Fonds, die sich für das Siegel beworben haben, ging nur ein Fonds leer aus. Die Anzahl der Bewerber lag in diesem Jahr um 60 % höher als im Vorjahr, womit sich auch das Wachstumstempo nochmals beschleunigt hatte: Im Jahr 2018 bewarben sich 40 % mehr Fonds um das Siegel als noch 2017, als sich wiederum 25 % mehr Fonds darum bewarben als noch 2016. Insgesamt verwalten die in diesem Jahr prämierten Fonds ein Vermögen von ca. 30 Mrd. Euro. Auch die Zahl der sich um das Siegel bewerbenden Fondshäuser ist deutlich gewachsen: Nachdem sich im vergangenen Jahr noch 30 darum beworben hatten, waren es in diesem Jahr bereits 47. Darunter befinden sich auch viele Neulinge, denn gleich 19 Asset Manager versuchten zum ersten Mal das begehrte Gütezeichen zu bekommen.

Siegel mit internationaler Bedeutung

Nachdem die deutschen Fonds im vergangenen Jahr aus ihrem Dornröschenschlaf erwachten, haben sie in diese nun die österreichischen Fonds zahlenmäßig knapp überholt. Den größten relativen Zuwachs verzeichneten jedoch die französischen Fonds, die nun mit der Schweiz gleichzogen: Gleich 11 Fonds von sechs verschiedenen Gesellschaften aus Frankreich bewarben sich um das FNG-Siegel. Dass das FNG-Siegel nicht nur für deutsche Fondsgesellschaften interessant ist, wird durch die Tatsache unterstrichen, dass Fonds aus 12 verschiedenen Ländern mit dem SRI-Qualitätsstandard ausgezeichnet wurden. Dies geht mit den Bemühungen auf EU-Ebene einher, welche die Stärkung von Standards innerhalb des Action Plan on Sustainable Finance offiziell vorsieht. Insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Beratungsverpflichtung zu Nachhaltigen Geldanlagen, die in MiFID-II und IDD vorgesehen ist, steigt schon jetzt die Nachfrage nach soliden, professionell verwalteten Nachhaltigkeitsfonds.

 „2019 ist das Jahr der Etablierung unseres SRI-Labels. Gerade auf der Vertriebsseite zeigt sich, dass Erkennbarkeit für seriöse Nachhaltige Geldanlagen immer wichtiger wird. Unsere externe Due-Diligence hilft Fondsselektoren, Maklerverbünden, Banken und Versicherungen, nicht auf Mogelpackungen reinzufallen, sondern qualitativ hochwertige Finanz-produkte anzubieten. Auch große Fondsplattformen und wichtige Finanzportale nutzen das FNG-Siegel – teils exklusiv. Nun gilt es, diese Sichtbarkeit zu nutzen, um weiter aufzuklären und um Anlegern mittels eines einfachen Gütezeichens die Scheu vor der Komplexität Nachhaltiger Geldanlagen zu nehmen“, erläutert Roland Kölsch, QNG-Geschäftsführer und verantwortlich für das FNG-Siegel.

 „Wir freuen uns, im Rahmen der anspruchsvollen Prüfung und Bewertung den Sparring-Gedanken fortgesetzt zu haben. Erneute Bewerber haben im Vergleich zu den Vorjahren viele Fortschritte gemacht. Erstbewerber schätzen die umfassenden Rückmeldungen, die als Grundlage für weitere Verbesserungen im Research, Investmentprozess und Reporting genutzt werden. Ein großer Erfolg war, dass nicht wenige Fonds bereits während des Audits einzelne Titel aus dem Portfolio verkauft oder Erkenntnisse gewonnen haben, die in interne Projekte einfließen, um die Nachhaltigkeitsqualität der zertifizierten Fonds weiter zu verbessern“, ergänzt Prof. Timo Busch, Universität Hamburg und verantwortlich für das Audit.

 „Unsere Pionier-Arbeit in Sachen Standardisierung trägt Früchte. Der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen wird seinem Auftrag gerecht, für Transparenz, Orientierung und Standards bei nachhaltigen Finanzprodukten zu sorgen. Damit machen wir all denjenigen Fondsgesellschaften und Kapitalanlegern ein Angebot, die es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit und dem Greenwashing einen Riegel vorschieben wollen“, so Volker Weber,  Vorstandsvorsitzender des FNG. (ahu)