“Unsere Herausforderung lautet, Relevanz zu erzeugen”


Welches sind die Erfolgsfaktoren für eine Kooperation zwischen Insurtechs und traditionellen Anbietern? Wie machen Sie das in der Praxis?

Josep: „Bei MAPRE haben wir mit insur_space eine offene, innovative Plattform geschaffen, die die Kooperation zwischen Insurtechs und etablierten Unternehen erleichtert. Der Hauptzweck dieser Plattform besteht darin, die Reibungspunkte zu eliminieren – einerseits, um es Startups zu erleichtern, einzigartige Wertangebote zu präsentieren und sie in das Unternehmen zu integrieren, und andererseits, um der Person, die im etablierten Unternehmen an den Geschäftsprozessen arbeitet, ihre Aufgabe zu erleichtern. Insur_space dreht sich um die Fähigkeit, zu innovieren, indem die Innovationen von außen ins Unternehmen gebracht werden.“


Das ist eine großartige Initiative. Oft haben wir an Meetings mit Insurtechs teilgenommen, die fünfzehn Leuten aus einem Versicherungsunternehmen gegenüber saßen. Deren Verträge waren so dick wie ein Telefonbuch und erlaubten den Insurtechs nicht, für irgendjemand anderes zu arbeiten. Dazu Entscheidungsprozesse, die eine Ewigkeit dauerten. Ich nehme an, wir alle kennen das.

Sie haben außerdem eine Art Vermittlungsstelle geschaffen, die sicherstellt, dass die Kooperation zwischen dem Insurtech und den Sparten Ihres Konzerns wesentlich reibungsloser funktioniert. Können Sie uns ein wenig mehr darüber erzählen?

Josep: „Ich kenne das auch, zwei Leute aus dem Startup und zwanzig aus dem Konzern – der Justiziar, der Verantwortliche für Compliance, der oder die Verantwortliche für das Schadensmanagement, und so weiter, und so weiter. Es ist klar, dass auf diese Weise keine Diskussion zustande kommt, der Entscheidungsfindungsprozess endlos dauert, und am Ende kommt nichts dabei heraus. Startups erwarten eine Antwort innerhalb von einer Woche. In traditionellen Konzernen ist eine Woche so wie eine Minute.
Ein Unternehmer, der seit dreißig Jahren erfolgreiche Unternehmen gründet und 25 erfolgreiche Exits erzielt hat, sagte mir: „Das wahre Problem ist, dass die eine Seite des Tisches Chinesisch spricht, und die andere Englisch, und keine von beiden merkt, dass sie unterschiedliche Sprachen sprechen.“ Man muss daher Übersetzer einsetzen, die den Prozess glätten und eine Realität in die andere übersetzen. Wir müssen die entsprechenden Bedingungen schaffen, damit das funktioniert. Der erste Schritt besteht darin, die unterschiedlichen Prioritäten auf beiden Seiten anzuerkennen und sie für jeden offensichtlich zu machen.“

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