Über 2.000 Bewerber für eine einzige Wohnung

Wer in Großstädten eine Wohnung besichtigen will, muss eventuell erstmal lange anstehen / Foto: © Gena - stock.adobe.com

So krass angespannt ist der Wohnungsmarkt in München. Das geht aus einer Untersuchung von ImmobilienScout24 hervor, bei der die deutsche Durchschnittswohnung ermittelt wurde.

Wer in Großstädten eine Wohnung sucht, muss sich mit viel Konkurrenz auseinandersetzen: Laut einer Erhebung von ImmobilienScout24 entfallen auf die meistgesuchten Wohnungen in München im Schnitt über 2.017 Bewerbungen. Die durchschnittliche Wohnung, die in der bayerischen Landeshauptstadt gesucht wird, verfügt über zwei Zimmer und ist 45 Quadratmeter groß. Hierfür müssen Mieter 645 Euro monatliche Kaltmiete zahlen.

Entspannter ist die Situation auf dem Berliner Immobilienmarkt: Hier sind die meistgesuchten Wohnungen 49 Quadratmeter groß, haben ebenfalls zwei Zimmer und sind mit 426 Euro mehr als 200 Euro günstiger als in München – und das bei 4 Quadratmetern mehr Fläche. Doch auch hier ist die Konkurrenzsituation enorm: Für jede Wohnungen gibt es durchschnittlich 1.760 Bewerber. Mehr Platz als in München oder Berlin suchen die Wohnungsinteressenten in Stuttgart: Die durchschnittlich gesuchte Wohnung in der Neckarmetropole verfügt über 55 Quadratmeter, die sich über 2,5 Zimmer verteilen. Hierfür müssen die Mieter 557 Euro kalt bezahlen. Wer eine solche Wohnung sucht, ist durchschnittlich einer von 1.377 Interessenten. Ebenfalls über 1.000 Interessenten pro Wohnung gibt es für eine Kölner Durchschnittswohnungen, die über 2 Zimmer und 47 Quadratmeter verfügt. Für diese Wohnung, die im Schnitt 451 Euro kalt kostet, interessieren sich durchschnittlich 1.160 Bewerber. Etwas teurerer als in Köln ist die Frankfurter Durchschnittswohnung: Für zwei Zimmer und 47 Quadratmeter werden hier monatlich 504 Euro kalt fällig.

Im Bundesdurchschnitt suchen Wohnungsinteressenten Wohnungen mit 66 Quadratmetern, zwei Zimmern und einer Kaltmiete von 446 Euro.

Angesichts des aktuell in Berlin stattfindenden Wohngipfels richtet Ralf Weitz, Geschäftsführer von ImmobilienScout24, einen eindringlichen Appell an die Politik: „Unsere Analyse verdeutlicht die Dringlichkeit des Neubaus im bezahlbaren Wohnungssegment. Wenn wir in den Metropolen auf entsprechende Wohnungsangebote mehr als 1.700 Bewerber verzeichnen, läuft da etwas ganz gewaltig schief. Wir rufen der Politik deshalb zu: Baut, was gesucht wird!“ (ahu)

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