Über 110 Mrd. Euro Kaufkraftverlust

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Im vergangenen Jahr ist den Deutschen durch Inflation und Niedrigzins Kaufkraft in einer Höhe verloren gegangen, wie die jährliche Wirtschaftsleistung eines ganzen Landes mit 11 Mio. Einwohnern beträgt. Damit wurde ein neuer Negativrekord aufgestellt.

Im Januar 2019 stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit liegt die Inflationsrate in Deutschland deutlich unter dem Wert von 2 %, der von der EZB als „optimal“ angesehen wird. Problematisch ist aber, dass die Zinsen noch deutlich unter der Inflationsrate liegen und weiterhin bei 0 % verharren. Damit gingen den deutschen Zinssparern allein im Dezember 2018 allein 2,873 Mrd. Euro an Kaufkraft verloren. Für das ganze beträgt der Kaufkraftverlust 38,641 Mrd. Euro – ein neuer Negativrekord. Damit liegt der Kaufkraftverlust der deutschen Sparer etwa auf dem Niveau des Bruttoinlandsprodukts von Bolivien und Tunesien, die beide immerhin ca. 11 Mio. Einwohner haben. Pro Kopf betrug der Kaufkraftverlust im Jahr 2018 466,19 Euro.

Außerdem ist der Kaufkraftverlust im vergangenen Jahr noch einmal deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen, als deutsche Sparer „nur“ 32,337 Mrd. Euro verloren, pro Kopf 390,58 Euro.

Seit dem Jahr 2011, als der Leitzins der EZB erstmals unter die 1 %-Marke fiel, verloren deutsche Sparer über 110 Mrd. Euro. Im Jahr 2009, als der Leitzins der EZB noch bei ca. 2 % und damit auf einem für heutige Verhältnisse astronomischen Niveau lag, gewann jeder Einwohner 315,17 Euro an Kaufkraft hinzu.

Die Zahlen zum Kaufkraftverlust basieren auf einer von Tagesgeldvergleich.net durchgeführten Auswertung der Zinsstatistiken der Deutschen Bundesbank. (ahu)

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