Treiber tiefgreifender Veränderungen

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Megatrends gelten als starke Kräfte, die die Wirtschaft, Unternehmen und die Gesellschaft weltweitumwälzen. Sie verändern die Art und Weise, wie wir leben. Und das oftmals generationenübergreifend. Auch die Anlagebranche hat sich seit längerem auf diese Trends fokussiert. Das Angebot wächst. Und wie schaut es mit der Nachfrage und der Performance aus? Ein Blick auf zwei Megatreiber.

Laut der Definition des Zukunftsinstituts markieren „Megatrends Veränderungen, die uns schon lange prägen und auch noch lange prägen werden. Megatrends sind Tiefenströmungen des Wandels. Als Entwicklungskonstanten der globalen Gesellschaft umfassen sie mehrere Jahrzehnte“. Ein Beispiel ist die Urbanisierung (Verstädterung), die immer weitere Kreise zieht und deren Ende nicht abzusehen ist. Gründe hierfür sind vielschichtig. Sei es das Arbeitsangebot in städtischen Regionen, die bunte Vielfalt in Metropolen oder schlicht und einfach die Vorstellung des pulsierenden Lebens. Aktuell gibt es wohl mehr als 70 Städte rund um den Erdball mit mehr als fünf Millionen Einwohnern. Tendenz steigend.

Nachhaltigkeit

Und auch beim Megatrend des nachhaltigen Investierens ist eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Anleger wollen oftmals eine angemessene Verzinsung ihres Vermögens bei gleichzeitig gutem Gewissen. Folglich befinden sich auch hier ganze Industriezweige im Umbruch. Grün lockt. Sie erhalten eine angemessene Rendite und bewirken gleichzeitig etwas Gutes. Zumindest ist das so in der allgemeinen Vorstellung. Zwar befinden sich nachhaltig Portfolien noch in der Minderheit, doch ihre Bedeutung wächst indes jedoch von Jahr zu Jahr. Nach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) stieg das Volumen der Investmentfonds und Anlagemandate mit Nachhaltigkeitsanspruch zuletzt alleine hierzulande auf 92 Mrd. Euro. Mehr als 300 Aktienfonds zählen hierzu und konnten mitunter ordentliche Neumittelzuflüsse generieren.

Rückenwind erhielt das Thema nachhaltiges Investieren auch sozusagen von oberster Stelle. Im Frühjahr 2018 legte die EU-Kommission den Aktionsplan Finanzierung nachhaltigen Wachstums vor, der erahnen ließ, welchen Stellenwert das Thema mittel- bis langfristig einnehmen wird. So ist beispielsweise zum jetzigen Zeitpunkt vorgesehen, dass Sie als Berater Ihre Kunden aktiv auf „grüne“ Investments ansprechen mögen. Und das Angebot wächst. So hat z. B. die DZ BANK im Herbst 2018 ihren ersten eigenen Green Bond am Markt platziert, der Finanzierungen in Windkraftprojekte vorsieht. Viele mögen sich nun fragen, wie nachhaltig ihre Investments derzeit sind. Und an diesem Punkt besteht tatsächlich Klärungsbedarf. Es fehlt nämlich eine aktuell verbindliche Taxonomie, das bedeutet, ein eindeutiges Klassifizierungssystem, das Klarheit darüber verschafft, was letztlich ,,grün‘‘ und/oder, nachhaltig‘‘ ist. Die Ansätze hierzu sind vielschichtig. So sind beispielsweise „Best-in-class“-Ansätze weit verbreitet. Darunter lässt sich in jeder Branche das oder die Unternehmen herausfiltern, die im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften bei der Umsetzung der so genannten ESG-Kriterien führend sind. Kritisch wird hier angemerkt, dass Branchen nicht kategorisch ausgeschlossen sind. Hier sollten Sie gezielt auf das Factsheet/Produktinformationsblatt des Anbieters schauen, das alle Investments genau auflisten muss. Das Sustainable Business Institute (SBI) liefert eine gute Orientierungshilfe bei der Suche nach attraktiven Fonds, die zum Chance-Risiko-Profil Ihres Kunden passen. Traditionell finden sich darunter einige Schweizer Anbieter wie die UBS, Bank Vontobel oder auch Pictet.

So investiert der Pictet Water weltweit in Aktien, die mindestens 20 % ihres Umsatzes im Wasserbereich erzielen und/oder Weltmarktführer in einem Wasser-Teilbereich sind. Aktuell ist der Fonds zu mehr als 50 % in US-Aktien investiert. Das Fondsvolumen ist mit knapp 4 Mrd. Euro (Stichtag 31.12.2018) beachtlich. Die längerfristige Performance kann sich vergleichsweise sehen lassen – knapp 46 % Wertzuwachs in den vergangenen fünf Jahren. Auch der belgische Fondsanbieter Candriam hat eine Expertise im Nachhaltigkeitsspektrum und ist beispielhaft mit dem volumenstarken Candriam SRI Equity Pacific am Markt präsent. Bezogen auf die Wertentwicklung ist auch der LO Funds – Generation Global (EUR) P besonders hervorzuheben, der in den vergangenen fünf Jahren einen kumulierten Zuwachs von knapp 100 % verzeichnen konnte. Das Fondsmanagement investiert wiederum bevorzugt in den USA. Wie erwähnt, verfügen viele Assetmanager bis dato (noch) über Spielräume des Investierens. Nachhaltigkeitskriterien lassen sich demnach strenger oder weniger drastisch auslegen. Fest steht aber, dass Nachhaltigkeit als Megatrend Rückenwind bekommen hat und so etwas wie ein Querschnittsthema mit weiterem Potenzial geworden ist.

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