Totgesagte leben länger

Gold und US-Dollar

Gold hat erfahrungsgemäß eine deutlich negative Korrelation mit dem US-Dollar. Wir rechnen zukünftig mit einem schwächeren US-Dollar, was den Goldpreis stärkt. Wichtige Länder wie Russland und China haben die klare Absicht, sich vom US-Dollar unabhängiger zu machen. Immer mehr Öl- und andere Rohstoffkäufe dieser Länder werden nicht mehr in US-Dollar bezahlt, sondern in EUR, Rubel oder Yuan. Hinzu kommt, dass beide Länder seit Jahren permanent Gold am Markt kaufen, mit der Absicht, zu einem späteren Zeitpunkt eine Golddeckung ihrer Währung einzuführen. US-Präsident Trump hat mit seiner Steuerreform und seinen Investitionsprogrammen eine Scheinblüte in den USA erzeugt. Bei den riesigen neuen US-Haushalts- und Außenhandelsdefiziten ist es nur eine Frage der Zeit, wie lange ausländische Investoren die Schuldenorgie der USA noch tolerieren bzw. finanzieren. Einige US-Bundesstaaten haben inzwischen bereits Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt. Hauptsächlich wegen der höheren US-Zinsen bleibt der US-Dollar kurzfristig noch stark. Sobald diese wirtschaftsbedingt wieder gesenkt werden müssen, kommt es zu einem deutlichen Rückgang  des US-Dollars.

Fazit

Gold ist aus den beschriebenen Gründen strategisch nach wie vor unabdingbar für jedes diversifizierte Vermögen. Es erfüllt eine Schutzfunktion gegen das marode Finanzsystem und bleibt ein wichtiger Krisenschutz für künftige Verwerfungen an den Finanzmärkten. Gold trägt keinerlei Bonitätsrisiko wie Anleihen oder Aktien. Mit Sicherheit wird es alle jetzt existierenden Papiergeldwährungen überleben und zukünftig als Währungsersatz eine immer größere Rolle spielen. Der Bonitätsverlust vieler Schuldner und ein weiterhin angeschlagenes Weltbankensystem könnten in den nächsten Jahren einen Run auf Gold auslösen. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb sehr groß, dass der Goldpreis trotz und gerade wegen des aktuellen Pessimismus in den nächsten Jahren unter Schwankungen auf deutlich über 2.000 US-Dollar steigen wird.

Autor: Ralf Borgesmülller,
Partner PSM Vermögensverwaltung GmbH