Preise ziehen nur leicht an

Foto: © rm - finanzwelt online

Trotz der hohen Performance von vier Städten ziehen die Preise für Top-Wohnimmobilien in den wichtigsten Städten der Welt insgesamt nur leicht an. Vancouver führt das Städteranking, das die internationale Immobilienberatung Knight Frank vierteljährlich erstellt, mit einem Wertzuwachs von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr per Ende März 2016 das vierte Mal in Folge an.

(fw/rm) Laut Immobilienberater Knight Frank sind mangelnde Angebote an Wohnraum im Spitzensegment die Preisetreiber nach oben. Die Anhebung der Grunderwerbsteuer im Februar von zwei auf drei Prozent für Wohnimmobilien in einem Wert von mehr als zwei Millionen kanadischer Dollar hat sich bislang kaum auf die Transaktionsvolumina ausgewirkt. Neben Vancouver weisen drei weitere Städte zweistellige Zuwachsraten auf: Schanghai, Sydney und Melbourne. Doch die Schere zwischen der Nummer eins und den weiteren Top-Performern ist weiter auseinandergegangen. Zinsen auf einem historischen Tiefststand und billige Finanzierungen haben die Nachfrage in Schanghai angeheizt. Die Preise sind im Jahresrückblich um 20 Prozent in die Höhe geklettert. Doch im März hat die Regierung die Bedingungen für Hypothekendarlehen verschärft, so dass sie im zweiten Quartal voraussichtlich schwächer anziehen werden. Australasien war laut Knight Frank per Ende März im Jahresvergleich die weltweit wachstumsstärkste Region. Die Immobilienpreise stiegen im Durchschnitt um 12 Prozent, obwohl eine neue Gebühr für ausländische Käufer eingeführt wurde. Die Preise für Top-Wohnimmobilien sind in den 35 wichtigsten Städten der Welt im Jahresvergleich per Ende März 2016 durchschnittlich um 3,6 Prozent gestiegen. Der Index verzeichnete in den letzten sieben Quartalen im Jahresvergleich konstante Wachstumsraten zwischen 3 und 4 Prozent. Seit dem zweiten Quartal 2015 gab es am Ende des Rankings keine Städte mehr mit zweistelligen Verlusten. In New York und Miami, in denen Barzahler oberhalb definierter Schwellenwerte nun neuen Transparenzregeln unterliegen, ziehen die Preise weiter an. In London haben sich die Preise mit 0,8 Prozent nur geringfügig bewegt. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009, als sie in Folge der Lehman-Pleite um -3,2 Prozent absackten. Die moderate Performance ist Ergebnis einer Reihe von Steueränderungen und der zuvor außergewöhnlich starken Wachstumsphase. Seit dem 1. April 2016 müssen Wohnungskäufer in Großbritannien, die ihre Wohnungen vermieten oder als Zweiwohnsitz nutzen, eine zusätzliche Stempelsteuer in Höhe von drei Prozentpunkten zahlen. Auch wenn die Preise in Paris im Jahresrückblick um -3 Prozent nachgaben, haben sie sich im letzten Quartal stabilisiert. Käufer aus Frankreich haben wieder stärker in den heimischen Markt investiert. Hongkong und Taipeh stehen mit Preisverlusten von -6,4 respektive -7,6 Prozent am Ende des Rankings. „Die Zahl neuer Regularien in Bezug auf mehr Transparenz sowie zusätzliche Steuern oder Gebühren für ausländische Käufer nimmt zu“, betont Kate Everett-Allen, Partner und Researcherin bei Knight Frank. „Doch die Auswirkungen solcher Maßnahmen hängen stark davon ab, wie die Fundamentaldaten des Marktes aussehen und in welcher Phase sich ein Standort in Bezug auf den Immobilienmarktzyklus befindet.“ Knight-Frank-uebersichtwww.knightfrank.de