Talanx: Ehrgeizige Ziele für 2019

Torsten Leue - Vorstandsvorsitzender der Talanx AG / Foto: © Talanx

Die Talanx-Gruppe geht mit ambitionierten Zielen in das nächste Geschäftsjahr: Neben einer höheren Eigenkapitalrendite soll der Gewinn je Aktie innerhalb der nächsten vier Jahren deutlich zunehmen. Diese Ziele sollen durch fokussierte Strategien der Geschäftsbereiche, verschiedene Wachstumsinitiativen, die Bündelung der konzerninternen Rückversicherung in der Holding sowie ein konsequentes Kapitalmanagement erreicht werden.

„Die Talanx-Gruppe ist in den vergangenen fünf Jahren deutlich stärker als der Wettbewerb gewachsen und hat fast durchgängig attraktive Renditen bei vergleichsweise geringer Volatilität erzielt. Auf diesem Erfolg bauen wir auf. Wir setzen die Profitabilisierung in den Geschäftsbereichen fort und starten Wachstumsinitiativen im Gewerbebereich sowie dem Geschäft mit speziellen Risiken, zudem setzen wir unser erfolgreiches Wachstum im Ausland fort. Unterm Strich werden wir damit unsere Ertragskraft deutlich ausbauen“, so Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG auf dem Capital Markets Day in Frankfurt. Dort stellt der Vorstand die erneuerte Strategie der Talanx-Gruppe vor.

Beschleunigung der digitalen Transformation im Fokus

Die Beschleunigung der bereits eingeleiteten digitalen Transformation ist eine der Kernaufgabe für die Talanx. Hierbei stehen besonders die Weiterentwicklung der Talanx-Systemlandschaft sowie die fortschrittliche Datenanalyse unter Einbeziehung Künstlicher Intelligenz und der Aufbau digitaler Ökosysteme im Mittelpunkt. Digitale Innovationen und Anwendungen sollen dabei im bereits etablierten Best Practice Lab gezielt weiterentwickelt und unter Beachtung marktspezifischer Anforderungen lokal umgesetzt werden. Darüber hinaus werden Beteiligungen an innovativen Start-ups, wie die Vermögensplattform Elinvar, ein wachsender Teil der Strategie sein.

Verbessertes Kapitalmanagement

Hinsichtlich des Kapitalmanagements hat Talanx zusätzliches Optimierungspotenzial identifiziert. Hierfür wird unter anderem überschüssiges Kapital der Konzerntöchter in die Holding transferiert. Dies ebnet den Weg, verstärkt in profitable und wachstumsstarke Bereiche zu investieren und perspektivisch die Dividendenstabilität der Talanx weiter zu gewährleisten. Darüber hinaus plant Talanx den Rückversicherungsbedarf der Erstversicherung auf Holdingebene zu bündeln, um gruppenweit Diversifizierungseffekte zu nutzen. In Verbindung mit einem höheren Selbstbehalt geht Talanx infolgedessen auch von einem Anstieg der Kapitalerträge aus. Die Bündelung der konzerninternen Rückversicherung hat bereits dazu geführt, dass Standard & Poors das Emittentenrating der Talanx AG auf „A-/
CreditWatch Positive“ gesetzt hat. Komplett implementiert rechnet Talanx dadurch mit einem positiven Effekt auf den Jahresgewinn von rund 50 Millionen Euro.

Zukäufe bleiben weiter wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie von Talanx. Dabei wird das Unternehmen auch weiterhin mögliche Akquisitionsziele mit äußerster Disziplin prüfen. Voraussetzung für eine Transaktion bleibt, dass mögliche Zukäufe zeitnah die Eigenkapitalrendite des Konzerns verbessern und zu einem Anstieg des Ergebnisses je Aktie führen. Im Fokus stehen im wesentlichen potentielle Zielunternehmen im Nicht-Leben-Geschäft in den definierten Märkten.

Industrieversicherung: Profitabilität im Feuergeschäft und internationales Wachstum

Der Geschäftsbereich Industrieversicherung fokussiert sich kurzfristig auf die konsequente Sanierung des Geschäfts mit Feuerversicherung, bis 2022 auf Wachstum im Ausland und auf das konzerninterne Joint Venture mit der Hannover Rück SE, die HDI Global Specialty SE. Das Programm 20/20/20 soll die kombinierte Schaden-/Kostenquote im Feuerportfolio bis 2020 um mindestens 20%-Punkte senken. Das Feuergeschäft macht rund 20 Prozent des Gesamtportfolios der HDI Global SE aus. Mehr als 60 Prozent des avisierten Ziels sind bis Mitte Oktober 2018 bereits kontrahiert und damit für das kommende Jahr ergebniswirksam. Ziel ist es weiter, Wachstum, insbesondere in Auslandsmärkten sowie im Bereich Spezialversicherung, voranzutreiben. Potenzial sieht der Geschäftsbereich sowohl in Nordamerika, Europa sowie anderen Regionen der Welt einschließlich ausgewählter Schwellenländer.

Gleichzeitig wurde erst vor wenigen Monaten mit HDI Global Specialty ein neues Unternehmen gegründet, welches zum 1. Januar 2019 startet. Aus der Kombination von bewährter Underwriting-Expertise der Inter Hannover und weltweitem Vertriebs- und Schadenregulierungs-Netzwerk der HDI Global erwartet Talanx erhebliche Wachstumssynergien. Bis 2022 sollen die gebuchten Bruttoprämien auf 2,1 Milliarden Euro steigen; der EBIT-Beitrag für den Geschäftsbereich sollte in diesem Zeitraum um rund 35 Millionen Euro zulegen.

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