Swiss Re wechselt den Chef

Der Rückversicherer Swiss Re Group präsentiert heute das Geschäftsergebnis für 2015. Neu ist ein milliardenschweres Rückkaufprogramm für eigene Aktien. Nicht neu ist der zukünftige Konzernchef.

2016-02-19 (fw/db) Die Swiss Re AG legte aufgrund rückläufiger Schäden für das Geschäftsjahr 2015 heute einen sehr guten Gewinn in Höhe von 4,6 Milliarden US-Dollar vor. Im letzten Quartal 2015 waren es allein fast eine Milliarde (938 Millionen US-Dollar).

Zu diesem Erfolg trugen alle drei Geschäftseinheiten bei. Insbesondere L&H Re verbesserte den Gewinn dank konsequenter operativer Maßnahmen des Managements im Jahr 2014 deutlich. Durch die klare Fokussierung auf die Finanzziele 2011–2015 in den vergangenen fünf Jahren hat Swiss Re ihre angestrebten Ziele für Eigenkapitalrendite (ROE) und Ergebnis je Aktie (EPS) erreicht.

Milliardenschwere Rückkäufe eigener Aktien geplant

Angesichts der guten Geschäftsentwicklung und der überaus robusten Kapitalausstattung wird der Verwaltungsrat von Swiss Re eine Erhöhung der ordentlichen Dividende auf 4.60 Schweizer Franken je Aktie vorschlagen. Zudem wird der Verwaltungsrat an der Generalversammlung die Genehmigung eines neuen Aktienrückkaufprogramms von bis zu 1,0 Milliarden Schweizer Franken beantragen. Die Swiss Re strebt so die gleiche Strategie zur Aktienkurspflege an, wie der Mitbewerber Munich Re, die ebenfalls ein umfangreiches Programm zum Ankauf eigener Aktien betreibt.

„Dank unserem disziplinierten Underwriting in den letzten fünf Jahren haben wir ein starkes Ergebnis erzielt und schließen diesen Zeitraum mit einem unserer höchsten Gewinne ab. Darüber hinaus freue ich mich, dass wir unsere Ziele für die Eigenkapitalrendite wie auch das Ergebnis je Aktie erreicht haben, obwohl sich das Marktumfeld seit 2011 sehr anspruchsvoll gestaltet. Nach den 2014 eingeleiteten Management-Maßnahmen hat sich L&H Re mit einem guten operativen Ergebnis zurückgemeldet. Wir haben unsere solide Kapitalausstattung gefestigt, die ordentlichen Dividenden sowie die Gewinne erhöht und ein Aktienrückkaufprogramm lanciert. Zugleich haben wir unser Dienstleistungsangebot für unsere Kunden kontinuierlich ausgebaut“, sagt Michel M. Liès, CEO und Vorstandsvorsitzender der Swiss Re Gruppe.

Swiss Re wechselt den Kapitän

Der Verwaltungsrat von Swiss Re ernennt zur Jahresmitte am 1. Juli 2016 als Nachfolger an der Spitze der Swiss Re Christian Mumenthaler (46, Schweizer Staatsbürger), derzeitiger CEO Reinsurance, zum neuen CEO und Vorstandsvorsitzender der Swiss Re Group. Der neue Mann an der Spitze der Swiss Re ist kein Unbekannter und seit 17 Jahren bei der Swiss Re-Gruppe als Top-Manager tätig, er verantwortete zuletzt 85 Prozent der Umsätze des Konzerns, also kennt er den Rückversicherer bestens. Der langjährige Kapitän Michel M. Liès (62) tritt seinen verdienten 365-Tage-Urlaub an und verlässt zur Jahresmitte 2016 die Brücke des Schweizer Rückerversicherers.

„Wir danken Michel herzlich für sein über 35jähriges Engagement für Swiss Re, die letzten vier Jahre als Group CEO. Während seiner Karriere hat er unsere Unternehmenswerte unermüdlich vertreten und eindrücklich vorgelebt. Zugleich hat er wesentlich zum kontinuierlichen Erfolg von Swiss Re beigetragen: Unter seiner Führung hat sich der Gewinn von Swiss Re in den letzten vier Jahren fast verdoppelt, die Kapitalbasis signifikant erhöht und wir konnten mehr als 12 Milliarden US-Dollar Überschusskapital an unsere Aktionäre ausschütten. Diese Ankündigung kommt auch passend zum Ende unserer erfolgreichen Finanzzielperiode 2011—2015 und nachdem wir ein neues strategisches Konzept vorgestellt haben“, sagt Walter B. Kielholz, Präsident des Verwaltungsrates zur Personalie an der Konzernspitze.

„Ich bin von Swiss Re begeistert und zuversichtlich für die Zukunft dieser Firma. Und ich bin absolut überzeugt, dass Christian Mumenthaler und sein Team die führende Rolle von Swiss Re in unserer Industrie und der Gesellschaft ganz generell weiter stärken werden. Für mich ist es immer eine große Ehre und ein Privileg gewesen, für dieses großartige Unternehmen arbeiten zu dürfen. Aus diesem Grund werde ich auch immer stolz sein, Teil von Swiss Re gewesen zu sein“, sagt Michel M. Liès zu seinem Abschied aus dem aktiven Management.

Dietmar Braun