Swiss Life war 2015 ein Milliarden-Gewinner

Patrick_Frost_8082_RGB.jpg
Patrick Frost

Die Swiss Life Gruppe verwaltet ein Immobilienvermögen in Höhe von 67.800 Millionen und verkauft Versicherungen. Jetzt freut sich CEO Frost über 1.300 Millionen Franken Gewinn in 2015.

2016-03-01 (fw/db) Die Swiss Life-Gruppe hat 2015 ihre Ertragskraft deutlich erhöht. Der Reingewinn wurde von 818 Millionen auf 878 Millionen Schweizer Franken gesteigert (plus 7 Prozent). Der bereinigte Betriebsgewinn betrug satte 1,3 Milliarden Schweizer Franken, was einem Plus von 17 Prozent entspricht. Das Sparergebnis stieg um 18 Prozent auf 773 Millionen Schweizer Franken. Das Risikoergebnis stieg um vier Prozentpunkte auf 395 Millionen Schweizer Franken. Das Ergebnis aus dem Gebühren- und Kommissionsgeschäft, das sogenannte Fee-Ergebnis, stieg sogar um 36 Prozent auf 342 Millionen Schweizer Franken.

„Die Finanzindustrie ist nicht nur wegen der Tief- und Negativzinsen gefordert. Eine unsichere Weltwirtschaftslage, einschneidende regulatorische Vorgaben, rasante technologische Entwicklungen und nicht zuletzt auch das veränderte Kundenverhalten fordern die ganze Branche. Vor diesem Hintergrund ist es alles andere als selbstverständlich, dass wir im vergangenen Jahr erneut an Schlagkraft zulegen konnten und profitabel gewachsen sind. Die erfreulichen Resultate sind eine Bestätigung für die tolle Arbeit unserer Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren und eine ausgezeichnete Ausgangslage, um die Swiss Life-Gruppe weiter zu entwickeln“, sagt Patrick Frost, CEO der Swiss Life-Gruppe.

Swiss Life erwirtschaftete 2015 bei tiefen Zinsen und negativem Währungseffekt laufender Anlageerträge einen Brutto-Verlust von 200 Millionen, die Anlageerträge sanken von 4,5 auf 4,3 Milliarden Schweizer Franken. Die Nettokapitalerträge konnten dennoch von 5,1 Milliarden auf 5,2 Milliarden Schweizer Franken gesteigert werden, was zu einer Nettoanlagerendite von 3,7 Prozent führte.

„Es ist uns erneut gelungen, attraktive Anlageerträge zu erzielen. Das ist angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds und volatiler Finanzmärkte für unsere Kunden von großem Wert. Die starke Anlagerendite hat es uns auch 2015 erlaubt, Verstärkungen der versicherungstechnischen Rückstellungen von 1,2 Milliarden Schweizer Franken vorzunehmen, welche die Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells unterstützen“, so Frost.

Swiss Life Schweiz steigerte ihre Ertragskraft um 10 Prozent auf 734 Millionen Schweizer Franken. Haupttreiber war dabei das Sparergebnis, das mit 499 Millionen Schweizer Franken zu Buche schlug (plus 19 Prozent). Das Risikoergebnis blieb auf gutem Niveau konstant und das Fee-Ergebnis war auf Grund von Investitionen in Wachstumsinitiativen leicht negativ. In Frankreich realisierte Swiss Life eine Ertragssteigerung um 20 Prozent auf 219 Millionen Euro. Neben dem Sparergebnis von 163 Millionen Euro (plus 12 Prozent) trugen mit 82 Millionen Euro (plus 18 Prozent) das Risikoergebnis und mit 43 Millionen Euro (plus 38 Prozent) das Fee-Ergebnis zu dieser Steigerung bei. Deutschland verzeichnete einen Beitrag von 121 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 51 Prozent entspricht. Dieser setzt sich zusammen aus dem Sparergebnis von 86 Millionen Euro (plus 33 Prozent), dem Fee-Ergebnis von 37 Millionen Euro (plus 159 Prozent) und dem Risikoergebnis von 26 Millionen Euro (plus 8 Prozent). Swiss Life International hat ihr Segmentergebnis von 30 auf 38 Millionen Euro (plus 26 Prozent) verbessert. Haupttreiber hier war das Fee-Ergebnis mit 29 Millionen Euro (plus 61 Prozent). Eine ebenso erfreuliche Steigerung des Segmentergebnisses erzielte Swiss Life Asset Managers mit einem Wachstum von 28 Prozent auf 242 Millionen Schweizer Franken.

Profitables Wachstum

Swiss Life ist so 2015 profitabel gewachsen. Gegenüber dem Vorjahr sind die Prämieneinnahmen in lokaler Währung um fünf Prozent auf 18,9 Milliarden Schweizer Franken gestiegen. Im Fee-Geschäft hat die Gruppe in lokaler Währung um 8 Prozent auf 1,3 Milliarden Schweizer Franken zugelegt.

Im Heimmarkt Schweiz stieg das Prämienvolumen um fünf Prozent auf 10,5 Milliarden Schweizer Franken. Im Unternehmenskundenbereich verzeichnete Swiss Life einen Prämienanstieg um 6 Prozent auf 8,9 Milliarden Schweizer Franken, während der Markt nur 1 Prozent gewachsen ist. Im Privatkundengeschäft wurde mit 1,6 Milliarden Schweizer Franken praktisch das Niveau des Vorjahres erreicht (minus 1 Prozent) – ebenfalls besser als der Markt (minus 2 Prozent). Zudem setzte Swiss Life Schweiz ihre Vollsortimenter-Strategie im Unternehmenskundengeschäft erfolgreich fort: Neben der Vollversicherung konnte der Neugeschäftsanteil mit teilautonomen Versicherungslösungen auf 11 Prozent gesteigert werden (Vorjahr: 4 Prozent).

Swiss Life verdient in Frankreich gut

In Frankreich erzielte Swiss Life ein Prämienwachstum von zwei Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Die Qualität des Neugeschäfts im Lebensversicherungsbereich entwickelte sich mit einem gesteigerten Anteil der fondsgebundenen Lösungen von 60 Prozent erneut erfreulich.

In Deutschland läuft noch die Sanierung

Die Fokussierung auf profitables Geschäft führte in Deutschland zu einem Prämienrückgang von zwei Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die planmäßige Reduzierung des traditionellen Geschäfts konnte durch die Steigerung beim Anteil der modernen Sparprodukte sowie der Erwerbsunfähigkeits- und Pflegeversicherungen weitgehend kompensiert werden.

Die Swiss Life International verzeichnete einen Prämienzuwachs von 14 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Swiss Life Asset Managers verwaltete per 31. Dezember 2015 insgesamt Vermögen von 185 Milliarden Schweizer Franken (plus 1 Prozent). Davon entfallen 39 Milliarden Schweizer Franken auf Immobilien. Zusätzlich dazu bewirtschaftet Swiss Life 28,6 Milliarden Schweizer Franken Immobilien für Dritte. Damit gehört Swiss Life mit 67,6 Milliarden Schweizer Franken verwalteten und bewirtschafteten Immobilien zu den führenden Immobilien-Asset-Managern in Europa. Im Anlagegeschäft für Drittkunden erzielte Swiss Life Asset Managers einen Nettoneugeldzufluss von 7,2 Milliarden Schweizer Franken. Damit verwaltete das Unternehmen per Ende 2015 38,8 Milliarden Schweizer Franken an Vermögen für Dritte.

Fortschritte bei der Effizienz – solide Solvenz

Die Effizienzquoten verbesserten sich gruppenweit um 2 Basispunkte auf 0,60 Prozent. Trotz tiefen Zinsen konnte die Neugeschäftsmarge mit 1,7 Prozent (Vorjahr: 1,8 Prozent) über der angestrebten Ambition von 1,5 Prozent gehalten werden. Der Wert des Neugeschäfts stieg von 255 auf 268 Millionen Schweizer Franken (plus 5 Prozent). Swiss Life erreichte 2015 eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 9,7 Prozent (Vorjahr: 9,6 Prozent), die damit erneut im oberen Ende ihrer Zielambition von 8 bis 10 Prozent zu liegen kam. Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital betrug 12,2 Milliarden Schweizer Franken (minus 5 Prozent insbesondere aufgrund geringerer nicht realisierter Gewinne auf Obligationen und Währungseffekten). Swiss Life geht per 1. Januar 2016 (basierend auf dem mit Auflagen genehmigten internen Modell) von einer SST-Ratio um 140 Prozent aus.

Erhöhung der Dividende je Aktie

Der Verwaltungsrat wird den Aktionären anlässlich der Generalversammlung vom 26. April 2016 eine Erhöhung der Dividende in Form einer verrechnungssteuerfreien Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve von 6,50 auf 8,50 Schweizer Franken je Aktie vorschlagen. Alle Mitglieder des Verwaltungsrats stellen sich der Wiederwahl.

Dietmar Braun