Swiss Life stellt Strategie bis 2018 vor

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Die Swiss Life Gruppe hat heute die Ziele für die nächsten drei Jahre vorgestellt. Im Fokus stehen das Langlebigkeits-Risiko und das zur Erfüllung der Vorsorge-Versprechen passende Asset-Management.

2015-11-25 (fw/db) Die Swiss Life Gruppe hat heute im Rahmen des Investorentages die Ziele des international tätigen Versicherers für die kommenden drei Jahre bis zum Jahr 2018 vorgestellt.

Mit dem neuen Strategieprogramm „Swiss Life 2018“ werden, nach Angaben des Managements, vier Schwerpunkte gesetzt: Steigerung des Gewinns und der Gewinnqualität; ein konsequentes Kapitalmanagement, um zusätzliche Kapitalpuffer aufzubauen, Cash an die Swiss Life Holding zu überweisen und eine höhere Dividendenfähigkeit zu erlangen; weitere Fortschritte in der operativen Effizienz sowie die konsequente Ausrichtung aller Geschäftsprozesse auf den Kunden.

„Swiss Life hat sich auch in den letzten drei Jahren wieder erfreulich weiterentwickelt. Wir haben die Ziele im Rahmen unseres Unternehmensprogramms ‚Swiss Life 2015‘ übertroffen. Das ist eine exzellente Basis, um das Unternehmen in die nächste Phase zu führen. Dabei setzen wir auf Bewährtes, orientieren uns aber noch stärker an der Qualität unserer Gewinne. Mehr Gewicht legen wir künftig auf die Fähigkeit, Cash an die Swiss Life Holding zu überweisen, sowie ein effizientes Kapitalmanagement, bei allem, was wir tun. Für die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells investieren wir in den kommenden drei Jahren deutlich über CHF 100 Millionen zusätzlich in die Digitalisierung, Beratung und ins organische Wachstum“, sagt Patrick Frost, Vorstandsvorsitzender und CEO der Swiss Life-Gruppe.

Bezüglich der Steigerung des Gewinns und der Gewinnqualität setze Swiss Life auf die Ausrichtung des Unternehmens auf vier Ertragsquellen: das Sparergebnis, das Risikoergebnis, das Fee-Ergebnis sowie das Kostenergebnis. Mit dem weiteren Ausbau des Fee-Geschäfts, das weniger Kapital bindet, steigert Swiss Life die Widerstandsfähigkeit ihres Geschäftsmodells weiter. Konkret möchte die Gruppe bis 2018 ein Fee-Ergebnis von CHF 400 bis 450 Millionen erzielen und das Risikoergebnis zwischen CHF 350 bis 400 Millionen verteidigen. Weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten wird dank striktem Anlageprozess auch das Sparergebnis.

Asset-Management muss das Vertrauen sichern

Zentral für den Markterfolg von Swiss Life bleibt das Asset Management. Das gilt sowohl für das Versicherungsgeschäft und ihre Kunden als auch für externe Mandate. Swiss Life ist dank einer langen Duration der Kapitalanlagen und robusten direkten Anlageerträgen in der Lage, den aktuellen Niedrigzinsen zu trotzen und ihre eigene Zinsmarge zu schützen. Die Anlagestrategie ist so aufgesetzt, dass dank konsequenter Abstimmung der Anlagen und Verbindlichkeiten die Zinsmarge für Jahrzehnte geschützt ist. So sollen die Garantien für die Kunden erfüllt werden, selbst wenn die Tiefzinsphase langfristig anhalten sollte.

Die Kompetenzen von Swiss Life Asset Managers in der langfristigen und risikoorientierten Anlage, insbesondere bei Obligationen und Immobilien, machen das Geschäft für Drittkunden zu einem Wachstumstreiber. Swiss Life Asset Managers hat sich bis 2018 deshalb zum Ziel gesetzt, die verwalteten Vermögen von Drittkunden von CHF 34 Milliarden per Ende 2014 auf CHF 50 Milliarden und das Fee-Einkommen um rund 40 Prozent auf CHF 640 bis 660 Millionen zu steigern.

Bei den Themen Kapital, Cash und Dividende verfolgt Swiss Life folgende Ziele: Die Versicherer der Gruppe sollen auf Basis eines disziplinierten Kapitalmanagements kumuliert über die nächsten drei Jahre über CHF 1,5 Milliarden Cash an die Holding ausschütten. Für die Aktionäre strebt Swiss Life eine Ausschüttung von 30 bis 50 Prozent des Reingewinns an. Voraussichtlich wird sich diese erst mal im unteren Bereich der Bandbreite bewegen.

Solvabilität entspricht Solvency II

Swiss Life gibt anlässlich des Investorentages zum ersten Mal Bandbreiten zur SST-Ratio und zu ihrer Solvency-II-Ratio bekannt: Per 1. Januar 2015 kam der SST basierend auf dem teilweise genehmigten internen Modell auf 140 bis 160% zu stehen. Die Solvency-II-Ratio betrug über 200 Prozent – nach europäischem Standardmodell ohne Erleichterungen oder Übergangsbestimmungen.

„Die Solvenz-Zahlen zeigen, dass wir die Weiterentwicklung unserer Gruppe auf Basis einer gesunden Kapitalausstattung angehen können. An der Solvency-II-Ratio lässt sich ablesen, wie viel höher die Anforderungen des SST gegenüber europäischen Standards sind: nämlich 40 bis 60 Prozentpunkte. Das bringt unnötige Nachteile für den Versicherungsstandort Schweiz. Wir werden uns deshalb wie bisher dafür einsetzen, dass der SST richtige Anreize schafft und nicht zu einer Benachteiligung unserer Kunden führt“, sagt Vorstandschef Frost.

In der rigorosen Ausrichtung aller Geschäftsprozesse auf den Kunden und die Beratung wird Swiss Life über die kommenden drei Jahre insgesamt deutlich über CHF 100 Millionen zusätzlich in die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells investieren und damit die Basis für den zukünftigen Erfolg der Gruppe sicherstellen. Die Investitionen sollen primär in die Digitalisierung, die Qualität der Beratung und in Initiativen für organisches Wachstum investiert werden.

„In allen Geschäftsbereichen unserer Gruppe haben wir unterschiedliche, aber attraktive Ausgangspositionen, um natürlich zu wachsen und Cash zu generieren. Die konsequente Ausrichtung auf den Kunden sowie unsere Kapitalstärke sind Voraussetzung dafür, dass wir dieses Potenzial ausschöpfen können“, so Frost.

Ohne Kosten einzusparen geht es nicht

Um die operative Effizienz aufrecht zu erhalten und Ressourcen freizusetzen für Investitionen, wird Swiss Life zusätzliche Kosteneinsparungen von CHF 100 Millionen umsetzen. Zwischen 2008 und 2018 wird die Gruppe damit Kosteneinsparungen von über CHF 600 Millionen erzielt haben, was mehr als einem Viertel der damaligen Kosten entspricht.

Insgesamt strebt die Gruppe in den nächsten drei Jahren eine bereinigte Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent an. Für das Geschäftsjahr 2015 wird die Konzernleitung dem Verwaltungsrat eine Dividendenerhöhung von CHF 6.50 auf mindestens CHF 8.00 vorschlagen.

Risiko ‚Langlebigkeit‘ ist Herausforderung und Chance

Swiss Life sieht im Risiko ‚Langlebigkeit‘ Chance und Herausforderung zugleich. Selbstbestimmung und Vorsorge sind für das Unternehmen angesichts der demographischen Entwicklung eine Chance, Lösungen und Produkte weiter zu entwickeln und im wachsenden Vorsorgemarkt mit hochklassiger relevanter Beratung Kundennutzen zu schaffen. Politik und Gesellschaft wiederum sind gefordert, Veränderungen einzuleiten, um den vielfältigen Konsequenzen der wachsenden Lebenserwartung Rechnung zu tragen.

„Die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen der Tatsache, dass wir immer länger leben, werden in praktisch allen Lebensbereichen unterschätzt. Dies, obwohl es alle betrifft. Die Dringlichkeit des Themas wird durch das tiefgreifende Bedürfnis der Menschen verstärkt, das eigene Leben selbstbestimmt und in Würde zu gestalten. Als Swiss Life wollen wir uns in den kommenden Jahren zum Thema ‚längeres selbstbestimmtes Leben‘ in der öffentlichen Diskussion engagieren. Damit wollen wir interessierte Kreise sowie Politiker unterschiedlicher Ausrichtung dafür gewinnen, dass das Thema auch generationenübergreifend die Aufmerksamkeit bekommt, die seiner Relevanz für die Menschen entspricht“, erläutert CEO Frost abschließend.

Dietmar Braun