Stuttgarter senkt Abschlussprovision

Fotolia_70244540_Subscription_XL.jpg
Foto: © Bacho Foto - Fotolia.com

Die Stuttgarter Leben setzt die LVRG-Vorgaben zur Höchstzillmerung in ihrer Kalkulation ab 01.01.2015 um. Damit fällt die einmalige Vermittlungsprovision/Courtage bei Abschluss des Vertra-ges niedriger aus als bisher.

(fw/hwt) Die laufende Provision ist jedoch deutlich höher. Sie wird ausgewogen auf die gesamte Laufzeit des Vertrages verteilt. Darüber hinaus werden auch die übrigen Kosten neu kalkuliert. So seien laut Stuttgarter trotz Niedrigzinsphase weiterhin faire Rückkaufswerte in den ersten Vertragsjahren möglich. Insgesamt bleibe die klassische Lebens- und Rentenversicherung attraktiv, weil sich das Produkt auch mit einem Garantiezins von 1,25 % für den Kunden rechne. Schließlich honoriere diese neue Kalkulation eine qualitativ hochwertige, auf Langfristigkeit angelegte Betreuung der Kunden – eine zentrale Forderung des Gesetzgebers und ein Hebel, mit dem die Branche verlorenes Vertrauen zurückgewinnen könne. Ralf Berndt, Vorstand Vertrieb und Marketing, erklärt: „Die Umsetzung dieser Anforderung ist alternativlos. Es gilt, diesen letzten Warnschuss des Gesetzgebers zu hören, sonst droht der Lebensversicherungsbranche eine gesetzliche Provisionsdeckelung, ein Provisionsverbot oder die Einführung eines Staatsfonds wie in Skandinavien. Das wäre der Tod der privaten Lebens- und Rentenversicherung in Deutschland.” Der Vertriebschef schließt nicht aus, dass Marktteilnehmer trotzdem – aus welchen Gründen auch immer – am bisherigen Vergütungsmodell festhalten, und betont: „Die hierdurch entstehenden Kosten gehen zulasten der Kunden. Die vom Gesetzgeber vorgesehene Entlastung der Kunden von den Abschlusskosten bleibt also aus. Dieses Vorgehen halten wir für falsch und verantwortungslos. Wer so agiert, provoziert ein noch härteres Eingreifen durch den Gesetzgeber, riskiert die Existenz der Branche und der Vermittler.”

Die Stuttgarter hat TNS Infratest mit einer breit angelegten Untersuchung beauftragt. Die für deutschsprachige Erwerbsfähige im Alter zwischen 18 und 55 Jahren repräsentative Studie zeichnet folgendes Bild: 14,5 Mio. (38 %) haben Angst davor, im Alter arm zu sein. 85 % glauben, dass die gesetzliche Rente für den Erhalt des Lebensstandards nicht ausreicht. Jeder Zweite (47 %) sorgt sich, nicht genügend für das Alter vorgesorgt zu haben. Gleichzeitig bescheinigen die Befragungsergebnisse der Branche ein schlechtes Image: 78 % sind der Auffassung, dass die angebotenen Produkte den Gesellschaften dicke Gewinne zulasten der Versicherten bescheren. 82 % attestieren Lebens- und Rentenversicherungsprodukten ein undurchsichtiges Vertragswerk. Darüber hinaus schreiben 36 % den Vermittlern ein „Drücker-Image” zu: Sie geben an, schon einmal zum Abschluss einer Lebensversicherung gedrängt worden zu sein. Ralf Berndt: „Diese Wahrnehmung in der Bevölkerung ist erschreckend und wird den Bemühungen der letzten Jahre nicht gerecht. Die Versicherer unterziehen sich mit dem GDV-Verhaltenskodex für den Vertrieb der Überprüfung durch unabhängige Dritte. Das ist ein einzigartiger Schritt, den bisher keine andere Branche gegangen ist. Es gibt viele hervorragend qualifizierte und kundenorientierte Vermittler. Mit der Initiative ,gut beratenʻ haben die teilnehmenden Unternehmen ihren Anspruch hinsichtlich qualifizierter Beratung noch einmal unterstrichen. Gleichwohl gilt weiterhin: Wir brauchen dringend mehr Transparenz, verständlichere Bedingungen und eine noch stärker auf langfristige Kundenzufriedenheit ausgerichtete Beratung. Aus diesem Grund stellen wir uns der Verantwortung.”

www.stuttgarter.de