Studie: Frauenanteil im Finanzsektor unter 20 Prozent

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Den potenziellen Vorteilen des Themas Gender-Diversität auf die Investment-Performance wird unter Anlegern bisher wenig Beachtung geschenkt. Nur jeder dritte Privatanleger (30 Prozent) und institutionelle Investor (29 Prozent) glaubt daran.

(fw/rm) Dies ist das Ergebnis einer Befragung des CFA Institute, eines globalen Non-Profit-Berufsverbands, unter 3.312 Privatanlegern und 502 institutionellen Investoren. Eine ergänzende Befragung unter mehr als 5.000 Mitgliedern des Verbands deutet darauf hin, dass Frauen in der Investment-Branche noch immer unterrepräsentiert sind. Danach beträgt der Frauenanteil an CFA-Charterholdern weltweit knapp 18 Prozent. In Deutschland sind es sogar nur 12,4 Prozent. Zum Vergleich: In den USA liegt der Anteil bei 16,4 Prozent, in Großbritannien bei 20,2 Prozent und in Frankreich bei 21,6 Prozent.

Mangelnde Vielfalt in der Investmentbranche

Immerhin stimmen 24 Prozent der Privatanleger und 26 Prozent der Profianleger zu, dass sie – wenn auch nicht unter Performance-Aspekten – eher in Unternehmen investieren würden, die Diversitätsstrategien in der Unternehmenskultur verankert haben. Das Bewusstsein für das Thema Geschlechter-Vielfalt ist in der Finanzindustrie – vor allem in den höheren Hierarchieebenen – allerdings noch wenig ausgeprägt, so das CFA Institute. Frauen stellen derzeit, so die Auswertung, nur 9,8 Prozent aller CEOs in der Finanzbranche sowie lediglich 10,2 Prozent der Chief Investment Officer und 11 Prozent der Chief Financial Officer.

Barrieren für weibliche Mitarbeiter

Die weiteren Studienergebnisse legen nahe, dass vor allem flexiblere Arbeitszeitmodelle eine Maßnahme wären, um der Ungleichverteilung in der Finanzbranche zu begegnen.  Zwei Drittel (65,9 Prozent) der Frauen berichten, dass sie für die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder im Haushalt hauptverantwortlich sind. Dagegen sieht sich nur etwa jeder fünfte Mann (22,4 Prozent) in dieser Hauptverantwortung. „Aus Sicht des CFA Institute ist die Finanzbranche gefordert, vor allem drei Dinge zu adressieren: Erstens sollten Frauen bereits in der Schul- und College-Zeit mehr Zugang zur  Investmentbranche haben. Zweitens müssen die positiven Auswirkungen von Gender-Diversity auf die Anlageperformance genauer untersucht und beworben werden. Und drittens gilt es, mit flexibleren Arbeitszeitangeboten Chancen für Frauen zu schaffen, die im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen überproportional stark in die Betreuung ihrer Kinder eingebunden sind“, kommentiert Paul Smith, CFA, Präsident und Chief Executive Officer des CFA Institute. „Als mitgliederstärkster Verband der Investmentbranche wollen wir uns für diese Punkte in der Zusammenarbeit mit allen Marktteilnehmern einsetzen“. www.cfainstitute.org www.cfa-germany.de