Streiks im Versicherungsinnendienst

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Derzeit verhandeln ver.di und die Versicherer über einen neuen Tarifvertrag für die 170.000 Beschäftigten im Innendienst der Branche. Nachdem bislang keine Einigung erzielt werden konnte, hat die Gewerkschaft nun zu Warnstreiks aufgerufen. Ob damit die verhärteten Fronten gelöst werden können?

Ende Oktober endete die zweite Verhandlungsrunde von ver.di dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) ohne Ergebnis. Die Arbeitgeberseite lehnte das Angebot von ver.di als „unzureichend“, zugleich heißt es von Seiten von der Gewerkschaft, dass das Angebot der Arbeitgeber „nicht verhandlungsfähig und deutlich zu gering“ sei. So boten die Arbeitgeber nach fünf Nullmonaten in drei Schritten 1,7 %, 1,2 % und 1,1 % bei einer Laufzeit von 34 Monaten an. Auf die Laufzeit umgerechnet würden also die Gehälter der Beschäftigten in der Versicherungsbranche um 1,18 % jährlich steigen. Da dies gerade einmal die Inflationsrate ausgleicht, wird das Angebot von ver.di als „Nullnummer“ bezeichnet. Die Gewerkschaft fordert stattdessen 6 % Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem sollen die Beschäftigten eine Laufzeit bei der Arbeitszeit bekommen und künftige Tariferhöhungen in zusätzliche freie Tage umwandeln können. Auch eine unbefristete übernahmen der Auszubildenden und ein Rückkehrrecht auf für die heute Teilzeitbeschäftigten, die nicht unter die neue Brückenteilzeit fallen, wird gefordert.

Um ihre Position in der nächsten Verhandlungsrunde, die am nächsten Freitag beginnt, zu stärken, hat ver.di nun die Beschäftigten zu Warnstreiks aufgerufen. So legten am Montag in Stuttgart knapp 700 Beschäftige von Sparkassenversicherung, R+V und der Stuttgarter Versicherung ihre Arbeit zeitweise nieder. Am Mittwoch traten in Karlsruhe etwa 350 Beschäftigte der Allianz und der Württembergischen in Warnstreik. (ahu)