Strategien der Notenbanken

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Sie sind die wahren Instanzen, wenn es um den geldpolitischen Kurs und seine Folgen geht. Tagen die Notenbanken, hören die Marktteilnehmer aufmerksam zu und interpretieren haargenau die Wortwahl. Es zeigt sich, dass die Notenbanker nicht einen einheitlichen Kurs fahren.

(fw/ah) In den USA geht die Ära des Quantitative Easing (vorerst) dem Ende entgegen, die US-Notenbank Fed hat angekündigt, den Ankauf von Anleihen bis zum Oktober zu beenden. Bei anderen Zentralbanken sei die unkonventionelle Geldpolitik jedoch noch immer ein sehr aktuelles Thema, so ein aktueller Marktkommentar der Bank J. Safra Sarasin AG. An erster Stelle ist hier die Europäische Zentralbank (EZB) zu nennen, welcher der Gegenwind im Moment steif ins Gesicht bläst. Das Wachstum im zweiten Quartal enttäuschte und die vorlaufenden Konjunkturindikatoren verheißen für die nächsten Monaten ebenfalls wenig Gutes. Auch in der Inflationsentwicklung scheint sich bisher noch keine Trendumkehr zu manifestieren.

Kein Wunder wird im Markt immer lauter über ein Quantiative-Easing (QE) -Programm der EZB spekuliert, obschon diese an ihrer August-Sitzung keine Hinweise darauf geliefert hat. Diese Spekulationen haben denn auch den Euro belastet. Gegenüber dem Dollar gab die Einheitswährung im letzten Monat um über 1,5 % nach. In der kurzen Frist ist keine schnelle Erholung der Euro-Konjunktur zu erwarten, womit auch die Spekulationen um QE weitergehen dürften – und den Druck auf den Euro aufrechterhalten. Im Hinblick auf das Jahresende gibt es aber Grund für die Währungsunion vorsichtig optimistisch zu sein. Eine robuste globale Konjunktur sollte Euroland zu einer Stabilisierung verhelfen und die Spekulationen um QE vorerst verstummen laßen. Das kann dem Euro helfen – aber nicht gegenüber dem Dollar. Nachdem das amerikanische QE im Oktober beendet wird, dürfte das Fed die Märkte sachte auf eine bevorstehende erste Leitzinserhöhung einstimmen. Damit verbunden wäre ein Anstieg der US-Renditen und ein stärkerer Dollar. Im Jahr 2015 dürfte der EUR-USD Kurs gar die 1.30-Marke unterschreiten.

Nicht nur in Euroland bleibt QE ein heißes Thema. Auch die japanische Wirtschaft bedarf eines weiteren monetären Stimulus. Japan erholt sich zwar langsam vom Konjunktureinbruch (2Q2014-BIP: -6.8 %), der durch die Mehrwertsteuererhöhung im April ausgelöst wurde. Allein, es fehlt im Moment der japanischen Wirtschaft an der notwendigen Dynamik um die Deflation endgültig hinter sich zu laßen. Die Bank of Japan (BoJ) hat im Frühjahr 2013 bekannt gegeben, daß sie bis in zwei Jahren die Inflation nachhaltig über 2 % heben möchte. Beim derzeitigen Wirtschaftsgang scheint das ein sehr schwieriges Unterfangen zu werden – und der BoJ läuft die Zeit davon. Sie wird wohl oder übel gezwungen sein, dem Wachstum mit einem neuen monetären Programm eine Starthilfe zu geben. Das wiederum könnte dem Yen endlich neue Impulse verleihen. Seit dem Januar mäandrierte der USD-JPY um die 102-Marke. Eine neuerliche monetäre Expansion würde dem Yen wieder auf den Abwärtstrend verhelfen, auf den ihn Zentralbank, Regierung und Investoren gerne sehen würden.

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