Strafzölle und Brexit-Unsicherheit

Carsten Mumm / Foto: © Donner & Reuschel

In der vergangenen Woche ging der Handelskonflikt zwischen den USA und China in die nächste Runde. Donald Trump ordnete für chinesische Waren Zölle in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar an. Diese betragen zunächst zehn Prozent und traten bereits gestern in Kraft. Ab Januar nächsten Jahres sollen die Zölle dann auf 25 Prozent erhöht werden. Die Reaktion Chinas ließ erwartungsgemäß nicht lange auf sich warte und das Reich der Mitte kündigte auf US-Waren Zölle im Wert von 60 Milliarden US-Dollar an. Ungeachtet dessen stießen Ende vergangener Woche die US-Aktienindizes in neue Regionen vor, während der deutsche Leitindex dagegen weiterhin schwächelt und um die Marke von 12.400 Punkten pendelt. Ausschlaggebend hierfür ist die große Brexit-Unsicherheit. So müssten wesentliche Vereinbarungen noch im Herbst dieses Jahres stehen, um noch vom britischen Parlament sowie allen anderen Eurostaaten ratifiziert zu werden. Unter den gegebenen Voraussetzungen deutet daher vieles auf ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der Eurozone (No-Deal-Szenario) hin.

Kolumne von Carsten Mumm,
Chefvolkswirt Privatbank Donner & Reuschel