Still ruht der Zentralbank-See

Nun kehrt sie ein – die Ruhe, die sich viele Investoren eigentlich für die Sommermonate erhofft hatten. Sie wurden bitter enttäuscht, umso süßer schmeckt nun die (relative) Ruhe an den internationalen Finanzmärkten.

(fw) Zumindest, solange es sich nicht um die Ruhe vor dem nächsten Sturm handelt. Nachdem die US-amerikanische Notenbank Fed überraschend ihre Leitzinsen im September nicht erhöht hat und damit die Märkte in nervöse Unruhe stürzte, setzen die Anleger nun auf die europäische Zentralbank EZB.

Die Erwartung, dass die EZB eine Aufstockung bzw. Verlängerung ihres QE-Programms ankündigen wird, scheint sich im Markt zu manifestieren. Eine Zementierung des Niedrigzinsniveaus und eine damit einhergehende Stützung der europäischen Aktienmärkte wäre die automatische Folge. Zusätzlich stimulierend für die europäische Wirtschaft wäre die weitere Schwächung des Außenwertes des Euro. Dies weiß natürlich auch die Fed-Präsidentin Janet Yellen, was sie zusätzlich zögern lässt, ihrerseits an der Zinsschraube zu drehen. Denn der stärkere USD hinterlässt bereits seine Spuren in den Bilanzen international agierender US-Unternehmen. Alles bleibt also beim Alten – die Zentralbanken bestimmen den Lauf der Dinge.

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