Stehen stürmische Zeiten bevor?

Sascha Rehbein, Portfoliomanager Weberbank / Foto: © Weberbank

Wenn wir Berliner die letzten Wochen Revue passieren lassen, fragt man sich, wo eigentlich der Sommer geblieben ist? Am Kapitalmarkt könnte man eine ähnliche Frage stellen – wo bleibt das Sommerloch? Während noch zum Monatsanfang eine allgegenwärtige Sorglosigkeit herrschte, wurde der Markt durch einen aufkommenden Sturm von Kriegsängsten unangenehm wachgerüttelt. Insbesondere am Aktienmarkt war innerhalb kürzester Zeit eine erhöhte Schwankungsintensität zu beobachten. Um die aktuellen Bewegungen besser zu verstehen, blicken wir zurück auf die maßgeblichen Einflussfaktoren der letzten Wochen.

Rückenwind vs. Gegenwind

Starten wir zunächst mit den unterstützenden Faktoren. Nachdem die französischen Wahlen im Frühling ein marktfreundliches Ergebnis hervorbrachten, sind die politischen Gewitterwolken über Europa verzogen. Zusätzlich sorgt die erfreuliche Konjunktur für Rückenwind – nicht nur in Europa, sondern auch weltweit. Die zuletzt veröffentlichten Wachstumszahlen für das zweite Quartal unterstützen dies. Deutschland unterstreicht mit 0,6% Wachstum gegenüber dem Vorquartal den robusten Trend der Vorquartale. Der Wirtschaftsmotor läuft! So verzeichnete die deutsche Wirtschaft nun das zwölfte Wachstumsquartal in Folge. Aber auch in der Eurozone ist eine zufriedenstellende Entwicklung zu erkennen. Das Wachstum wird auf breiten Schultern getragen, denn von den vier großen Mitgliedstaaten trugen alle zur positiven Entwicklung bei. Auch am Arbeitsmarkt macht sich dies bemerkbar. So ist die Arbeitslosenquote zuletzt auf das niedrigste Niveau seit Mitte 2009 gefallen. In der US-Volkswirtschaft läuft es ebenfalls rund. Wir befinden uns hier immerhin in der drittlängsten Wachstumsperiode seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1854! Zusätzlich ist der Start in das aktuell laufende Quartal geglückt, wie die erfreulichen Einzelhandelszahlen in dieser Woche gezeigt haben. Diese haben mit 0,6% das höchste Monatswachstum in diesem Jahr verzeichnet und unterstreichen die hohe Konsumfreudigkeit der US-Amerikaner.

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