Spiel, Satz und Unfall

Über 20 Millionen Sportler betreiben regelmäßig Fitness, Fußball, Golf oder Tennis. Regelmäßiger Sport gilt als Gesundheitsgarant und erhöhtes Unfallrisiko. Noch schlägt sich der Milliarden-Euro-Wachstumsmarkt Breitensport nicht in den GDV-Bestandsstatistiken zur Unfallversicherung nieder. Die klassische Sportlerversicherung scheint sogar auf leichtem Rückzugskurs zu sein, obwohl sie für diese Zielgruppe ein günstiges Risiko-Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Über 88.000 Sportvereine bieten in Deutschland alle erdenklichen Sportarten an. Mitglieder in Clubs, Mannschaften, Studios und Vereinen sowie nicht registrierte Freizeitsportler bringen Kreislauf und Muskeln auf Trab. Influencer hypen Aktivitäten an Land, zu Wasser und in der Luft in den sozialen Medien als En-Vogue-Sportevent mit Kick. Die Risikofreude steigt, so dass Stürze und Prellungen quasi obligatorisch dazu gehören. Zum folgenreichen Unfall inklusive Finanzloch scheint es nicht mehr weit. Hoffnungen auf gegnerische Haftpflichtversicherer und eigene Einkommensabsicherung schwinden, wenn Unfallverursacher oder Leistungsvoraussetzungen schlichtweg fehlen.

Entweder oder sowohl als auch

Enge Kundenbudgets beschränken die finanziellen Spielräume zur Gestaltung des Ersatzeinkommens nach Berufs bzw. Erwerbsunfähigkeit, Grundfähigkeitsverlust oder schwerer Krankheit. Deshalb auf einen Unfallschutz zu verzichten, entpuppt sich als Bumerang. Selbst gravierende Unfallfolgen führen nicht zwangsläufig zu Leistungen aus den zuvor erwähnten Einkommensersatzlösungen, obwohl eine hohe Invalidität verbleibt. Enden beispielsweise ein verdrehtes Knie, eine gebrochene Hand oder eine lädierte Schulter mit einem Invaliditätsgrad, bleibt eine Berufs- oder Erwerbunfähigkeit noch in weiter Ferne. Oft benötigen Verletzte Finanzmittel für den invaliditätskonformen Umbau des Kfz oder der Wohnung. Vermittler runden schon deshalb Einkommensersatzkonzepte mit Kapitalleistungen bei Unfallinvalidität ab. Rentenleistungen aus anderen Töpfen bleiben ungeschmälert. Mitunter enden Unfälle statt mit einer Rente im Karriereende oder mit dem Jobverlust, wenn die Leistungsfähigkeit spürbar beeinträchtigt ist. Arbeitgeber wollen belastbare Mitarbeiter und rücken im Einzelfall von Inklusionsvorsätzen durchaus mal ab. Je nach Unfallfolgen und Vertragsgestaltung kann ein privater Unfallschutz solche Konsequenzen abmildern.

Das Plus für Sportler

Hobbysportler und Sportprofies kennen die Risiken ihrer Passion und zeigen sich Unfallabsicherungen gegenüber aufgeschlossener, was zudem den Einstieg in eine umfassendere Einkommensabsicherung erleichtert. Die Leistungserweiterungen moderner Unfallpolicen sind für Sportler besonders attraktiv. Damit die Schadenverläufe nicht ausufern, verweisen Versicherer die Extrem- und Profisportler an Spezialanbieter mit anderen Konditionen. Gerade höher dotierte Profisportler benötigen Schutz, der über herkömmliche Unfallkonzepte und Leistungssummen deutlich hinausgeht. Aber auch der Schutz für den Breitensportler benötigt Besonderes: Erweiterungen für erhöhte Kraftanstrengungen, für Zeckenbissfolgen sowie für die geringere Leistungskürzung aus der Mitwirkung von Krankheiten gehören z. B. neben weiteren Klauseln zur Pflicht im Unfallschutz. Der Sinn der Mitversicherung erhöhter Kraftanstrengungen erschließt sich jedem Sportler direkt. Stadtparks weisen neben Joggern oftmals eine bemerkenswerte Zeckendichte auf. Grund sind größere Rattenpopulationen, die Zecken als Hauptwirt die-nen. Je nach Entwicklungsstadium der Zecke lösen Bisse folgenintensive Borreliosen und Hirnhautentzündungen aus, die bis in eine Vollinvalidität reichen. Ein wichtiger Faktor für Unfallversicherer ist der Gesundheitszustand der versicherten Sportler und Nichtsportler, da Diabetes, Krebs, Rheuma und andere Krankheiten den Heilungsprozess verlängern oder schlimmstenfalls verhindern.

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