Sparer suchen Zuflucht bei Lebensversicherern

Das Geschäft mit Verträgen, in die Anleger auf einen Schlag hohe Summen einzahlen, läuft wie geschmiert. Allein im ersten Halbjahr waren es 14,3 Mrd. Euro, die Sparer zu den Versicherern trugen. Grund für diesen Boom sind die niedrigen Zinsen.

(fw/ah) Die niedrigen Zinsen treiben die deutschen Sparer noch stärker als 2009 in die Arme der Lebensversicherer. Im ersten Halbjahr stiegen die Einnahmen der Branche nach Informationen des Handelsblatts um knapp 15 Prozent auf rund 44 Mrd. Euro. Insbesondere das Geschäft mit Einmalbeiträgen floriert. In diese Verträge zahlen Kunden auf einen Schlag größere vier- bis sechsstellige Summen ein.

Mit Einmalbeiträgen macht die Branche laut Handelsblatt vor allem den Banken Konkurrenz. Wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt suchen die Sparer nach Alternativen. Die Lebensversicherer bieten sich an, weil sie auf ihre Verträge noch vergleichsweise hohe Zinsen von drei bis fünf Prozent zahlen. Selbst nach Abzug der Kosten für Vermittler und die Gesellschaften rechnen sich viele Spargeschäfte noch für die Anleger – je nach Ausgestaltung rentiert sich mancher Vertrag sogar bereits nach nur einem Jahr.

Ein Blick ins europäische Ausland zeigt, dass das erreichte Niveau mit Einmalbeträgen durchaus noch moderat ist: In Frankreich lägen die jährlichen Einmalbeiträge bei 100 Mrd., in England bei 80 Mrd. und in Italien bei 35 Mrd. Euro.