Sozial-System ist nicht sorgenfrei

Soziale Sorgen der Deutschen
Bürger machen sich Sorgen über Versorgung bei Pflege, Gesundheitsversorgung und ob die Rente reicht © oneinchpunch

Wenig Soziales bei Nahles betrifft die Zukunft der gesetzlichen Rente. Aber auch in der Vorsorge für ihre Gesundheit machen sich die Deutschen zunehmend Sorgen. Vom Pflegerisiko ganz zu schweigen.

Die Zufriedenheit gesetzlich Versicherter in den gesetzlichen Krankenkassen, das sind in Deutschland 90 Prozent aller gegen Krankheit Vollversicherten, mit den Kosten und dem Eigenaufwand für das Gesundheitswesens ist deutlich gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um acht Prozentpunkte auf jetzt 60 Prozent gefallen. Die Zufriedenheit mit den Leistungen ist deutlich höher und liegt nahezu unverändert bei 71 Prozent.

Dies ist ein Ergebnis der repräsentativen Continentale-Studie 2016. Die Privatversicherten sind deutlich zufriedener als die gesetzlich Versicherten. Bei ihnen sind 87 Prozent mit den Leistungen zufrieden und 73 Prozent mit dem Preis.

Die Continentale Versicherungen auf Gegenseitigkeit ermitteln die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen bereits seit 15 Jahren, der Start der Studien war nach der Jahrtausendwende im Jahr 2001 mit einer ersten repräsentativen Befragung der Menschen in Deutschland.

Mit den Kosten und dem Eigenaufwand waren im Jahr 2015 noch 68 Prozent der gesetzlich freiwillig und Pflicht-Versicherten zufrieden. Das war der historisch höchste Wert seit Beginn der Erhebung. Der Rückgang ist in diesem Jahr dafür sehr deutlich. Die Zufriedenheit mit den Leistungen liegt bereits seit 2013 mit rund 70 Prozent auf Höchstniveau. Das kann natürlich auch daran liegen, das die Befragten weder die Leistung kennen, noch mit den Leistungen privater Krankenversicherer vertraut sind.

Gesetzlich Versicherte reagieren direkt auf Eigenbeiträge

Bislang konnten drei Mal deutliche Einbrüche bei der Zufriedenheit mit dem Preis gemessen werden: 2004, 2011 und 2016. 2004 führte die Bundesregierung die Praxisgebühr ein, 2011 und 2016 die Krankenkassen Zusatzbeiträge.

„Offenbar reagieren die gesetzlich Versicherten immer dann sehr deutlich, wenn sie eine direkte Kostenbelastung bemerken. Die Einführung des Gesundheitsfonds 2010 mit der Erhöhung der Beitragssätze für die meisten gesetzlich Versicherten hatte dagegen keine Auswirkungen – obwohl er in unserem Untersuchungszeitraum für viele Versicherte die größte Kostenbelastung darstellte“, so Dr. Marcus Kremer, Vorstand der Continentale Krankenversicherung zu dem Studien-Ergebnis.

Skeptischer Blick in die Zukunft

Die Zukunft sehen die gesetzlich Versicherten unverändert pessimistisch. Jeweils mehr als 80 Prozent glauben, dass eine gute medizinische Versorgung jetzt oder zukünftig über den GKV-Beitrag hinaus viel Geld kosten und nur durch private Vorsorge möglich sein wird.

Rund ein Drittel sagt, das sei ihrer Meinung nach heute schon so. Die Sorge, dass der Großteil der Bevölkerung nicht mehr vom medizinischen Fortschritt profitieren wird, haben 73 Prozent.

64 Prozent fürchten, dass es irgendwann keine ausreichende medizinische Versorgung mehr durch die GKV geben wird. Ähnlich pessimistisch waren die Zukunftserwartungen in den vergangenen Jahren.

Die Continentale-Studie erscheint jährlich und ist eine Untersuchung der Continentale Krankenversicherung a.G. in Zusammenarbeit mit TNS Infratest. Befragt wurden bundesweit repräsentativ 1.324 Personen im Alter ab 25 Jahren.

Die komplette Studie kann hier im Internet kostenfrei abgerufen werden. (db)