EU-Referendum und solide Fremdwährungsanleihen

Dr. Lars Edler

Dr. Lars Edler, Co-Chief Investment Officer von Sal. Oppenheim, wirft einen Blick auf die Abstimmung in Großbritannien und die Zeit danach: “Wir gehen weiter davon aus, dass trotz der enger werdenden Umfrageergebnisse die Mehrheit für einen Verbleib Großbritanniens in der EU stimmen wird.”

Wer angesichts niedriger Zinsen Renditechancen an den Anleihemärkten außerhalb des Eurolandes sucht, ist derzeit mit Papieren aus Norwegen, der Schweiz und Singapur am besten beraten. Auch Neuseeland, Südkorea, Hongkong, Dänemark, Schweden und Australien bieten Chancen auf solide Anleihen und Wechselkursgewinne gegenüber dem Euro. Die Solidität Kanadas hat sich dagegen in den vergangenen Monaten verschlec h-tert, vor allem bei Schuldenindikatoren, Leistungsbilanz und Arbeitsmarkt. Das sind die Ergebnisse der Analyse von länderspezifischen Risiken, die das Bankhaus Sal. Oppenheim alle sechs Monate durchführt. Im Sal. Oppenheim Soliditätsindex ranken die Experten um Co-Chief Investment Officer Dr. Lars Edler über 60 Länder anhand einer systematischen Analyse von Daten zur Verschuldung, Wettbewerbsfähig-keit (z.B. Pro-Kopf-Einkommen, Arbeitslosenquote) und gesellschaftlichen Entwicklung (z.B. Qualität des Bildungssystems, Demografie, Korruption). „Das Ziel unseres Soliditätsindex ist es, langfristig die solidesten Emittenten zu identifizieren und die Ländervorauswahl für Renten- und Währungsanlagen zu liefern“, sagt Edler. Spitzenreiter im Index ist seit Jahren Norwegen; Kanada fiel in der aktuellen Untersuchung auf Rang 21 zurück und wird daher beim Investieren nicht mehr berücksichtigt.

Länderselektion unabhängig von Indizes und Ratingagenturen

Die systematische Vorauswahl bildet unter anderem die Grundlage für ein Staatsanle i-hen-Portfolio von Emittenten außerhalb der Eurozone (s. Performance-Vergleich im Anhang). „Angesichts der sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen und politischer Unsicher-heiten in Euroland ist eine Diversifikation der Kapitalanlagen in ausgewählte Länder und Fremdwährungen sinnvoll“, so Edler. „Dafür wählen wir die solidesten Länder unabhängig davon aus, ob sie in Renten-Indizes vertreten sind oder wie sie von Rating- Agenturen beurteilt werden.“ Deren Prozesse seien intransparent und bevorzugen häufig heimatnahe Emittenten. www.oppenheim.de