Social Trading – Geldanlage 2.0

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Michael Thaler

Das World Wide Web hat eine neue Form der Geldanlage hervorgebracht. Beim „Social Trading” wird nicht mehr dem Berater oder den Fondsexperten gefolgt, sondern den Tipps aus der „Community”. Wikifolio ist eines dieser Beispiele.

Der Begriff Social Trading ist ungefähr so pointiert definiert, wie der Straßenverkehr in Rom reguliert ist. Dahinter verbirgt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze. Allen gemein ist, dass es eine Form der Interaktion zwischen einzelnen Usern gibt.
Im Regelfall veröffentlicht ein Plattform-User ein Portfolio und andere User können die Strategie eins zu eins replizieren. Da der Kapitalmarkt stark reguliert ist, bleiben als Anlagevehikel oft nur abenteuerliche Konstruktionen über zypriotische Banken oder Inhaberschuldverschreibungen von Wertpapierhandelsbanken mit sehr überschaubareren Bilanzen. Besser sind hier Ansätze, die auf regulierten Investmentvehikeln, wie Investmentfonds aufsetzen. Anleger sind hier im Falle einer Emittenteninsolvenz geschützt.
Auf vielen Plattformen werden ausschließlich die Strategien beworben, welche die höchste Rendite darstellen, ohne auf die eingegangenen Risiken zu achten.

Beim INVESTTOR Mitmachfonds wird nicht nur auf eine Individualstrategie gesetzt, sondern mit Hilfe eines Algorithmus die besten Anlageideen aus der gesamten Nutzerbasis gefiltert. Heraus kommt ein eher risikooptimierter Aktienfonds für Anleger, die die eigenen Nerven schonen wollen.
Aber wie sagte bereits Kostolany: Wer kein Geld hat, muss spekulieren. Für den kleinen Geldbeutel finden sich auf Plattformen, wie eToro oder wikifolio durchaus rasante Portfolios, die den schnellen Gewinn versprechen. Um als ernsthafte Anlagealternative in Frage zu kommen, sind hier jedoch noch zahlreiche Nachbesserungen, insbesondere bei den hohen Gebühren notwendig.
Das Potential ist aber definitiv vorhanden, da die traditionellen Geldkümmerer für den Kleinsparer, wie Lebensversicherer aufgrund von Niedrigzinsen zu Recht kaum noch eines Blickes gewürdigt werden. Auch Bankberater ziehen sich dank eines verpflichtenden Wustes aus Beratungsprotokollen aus dem Verkauf von Wertpapierprodukten bei kleineren Anlagesummen komplett zurück.
Was bleibt ist nur noch der Weg ins Internet: Social Trading ist ein spannender Ansatz – neben einigen Portfoliostars werden das Anlagemedium der Stunde jedoch Anlagefonds werden, die aus der Unzahl von Börsianer-Trades, mit Algorithmen vielversprechende Ansätze filtern und in verlässliche Portfolios ummünzen können.

(Autor: Michael Thaler, Top Vermögen AG)