So verlässlich sind Prognosen von Analysten

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Der Blick in die Glaskugel ist immer ein Blick ins Ungewisse, denn Prognosen sind bekanntlich besonders dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen. Dass das vor allem in der Wirtschaft gilt, zeigt eine aktuelle Auswertung von HQ Trust.

Analysten gelten häufig als Optimisten. Doch wie gerechtfertigt ist der Blick in die Zukunft? Dieser Frage ist Sven Lehmann nachgegangen und hat sich dafür die Prognosen der Analysten für insgesamt 20 Branchen seit dem Jahr 1998 angeschaut. Der Fondsmanager des HQT Global Dividend kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die Analysten in den meisten Sektoren zu optimistisch waren. Besonders bei Banken, Finanzdienstleistern sowie im Bereich Reise & Freizeit war dies der Fall. Wenn es hingegen um die Bereiche Bau, Konsumentenprodukte sowie Automobile waren die Schätzungen hingegen deutlich ausgewogener. „Bei den Automobilherstellern und Zulieferern lagen die Schätzungen der Analystenzunft zwar im Mittel richtig, allerdings waren hier die Abweichungen auch am höchsten“, so Lehmann.

Am höchsten war der Pessimismus im Bereich der der Immobilie. „Offensichtlich sind die Analysten in den vergangenen Jahren sowohl vom anhaltenden Immobilienboom als auch von den Schreckensnachrichten aus den Bankbranche überrascht worden“, schließt der Fondsmanager aus den Zahlen. Zudem weist er darauf hin, dass der Sektor Körperpflege, Drogerie und Lebensmittelgeschäfte eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt hat. „Hier gab es seit 1988 kein einziges Jahr, in dem die Analysten zu pessimistisch gewesen wären.“ (ahu)