So nachhaltig sind Banken

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Wie für alle Akteure der Finanzbranche spielt auch für Banken das Thema Nachhaltigkeit eine zunehmend wichtigere Rolle. Eine Untersuchung zeigt jedoch, dass hier noch deutliche Luft nach oben besteht und zwischen den einzelnen Arten von Kreditinstituten große Unterschiede vorhanden sind.

Als größter Kapitalgeber hat die Finanzbranche die Möglichkeit, den Rest der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken. Jedoch stehen Deutschlands Banken was das Thema Nachhaltigkeit angeht noch deutlich am Anfang. Das zeigt eine Untersuchung von Zielke reserach consult, für die erstmals CSR-Berichte von 119 deutschen Banken ausgewertet wurden. So geht aus der Studie hervor, dass Anstrengungen im Eigenbetrieb vorgenommen werden, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und ein relativ hohes soziales Engagement bei den Banken festzustellen ist und dass es im Governance-Bereich fast gar keine Negativpunkte gibt. Jedoch vermissen die Studienautoren eine Einbettung in die Gesamtstrategie mit klar vorgebebenen Reduktionszielen. So gäbe es fast keine Aussagen darüber, wie durch Veränderungen des Kreditmanagements der indirekte CO2-Ausstoß beeinflusst werden solle und es gäbe überhaupt keine Aufstellung, in welchen energieintensiven Sektoren die Banken engagiert sind. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass bei Banken, im Gegensatz zu Versicherern, das Thema Nachhaltigkeit noch nicht in den Vorstandsetagen angekommen ist. Dass Banken dennoch bessere Noten als Versicherer erreichen, liegt laut Zielke research consult vor allen an detaillierten Angaben.

Deutliche Diskrepanzen

Zwischen den Banken gibt es deutliche Unterschiede: So lag bei den Privat- und Geschäftsbanken im direkten Vergleich die Stärke eher in Umwelt- und Governancefragen, während die Sparkassen sozialer waren. Enttäuschend schnitten hingegen die Volks- und Raiffeisenbanken ab, die in allen drei Bereichen schwächeln. Gerade im Bereich Enviroment besteht bei den Banken noch deutlich Luft nach oben: So erzielten hier die Privat- und Geschäftsbanken als einzige Gruppe einen positiven Mittelwert, der mit 0,82 Punkten nicht einmal besonders hoch ausfiel. Deutlich besser sah es hingegen im Bereich Social aus, wo die Sparkassen mit 1,4 Punkten den besten Durchschnittswert erzielten, gefolgt von den Privat- und Geschäftsbanken mit 1,13. Die VR Banken lagen mit 0,2 Punkten im Schnitt gerade noch so im positiven Bereich. Als größte Stärke der Banken kann der Bereich Governance gelten: So erzielten die Privat- und Geschäftsbanken hier im Schnitt 3,02 Punkte, die Sparkassen 2,33. Auch hier lagen die VR Banken auf dem dritten Platz: Deren Durchschnittswert betrug 1,67 Punkte. Entsprechend unterschiedlich fielen auch die Gesamt-Durchschnittswerte der einzelnen Arten von Geldinstituten aus: Am besten schnitten die Privat- und Geschäftsbanken mit einem Gesamt-Mittelwert von 1,64 Punkte ab, gefolgt von den Sparkassen mit einem Gesamt-Mittelwert von 1,29 Punkten. Die VR-Banken erreichten gerade durchschnittlich gerade einmal 0,32 Punkte.

Die Studienautoren erwarten für die nächste Berichtssaison genauere Messungen des indirekten Verschmutzungsgrades und die Formulierung und das Verfolgen von Zielen.

Die ausführlichen Ergebnisse erhalten Sie hier. (ahu)