So können Anleger vom Kampf gegen den Klimawandel profitieren

Andreas Kern, Gründer und CEO der wikifolio Financial Technologies AG / Foto: © Martina Draper

Der Protest der mittlerweile weltweit bekannten Schwedin Greta Thunberg und die daraus entstandene Bewegung haben bei der Bekämpfung des Klimawandels vielfach zu einem Umdenken geführt.

Die Politiker diskutieren und verabschieden gezielte Maßnahmen zum Schutz des weltweiten Klimas und auch zahlreiche Unternehmen verpflichten sich zu klimaschonenden Geschäftspraktiken. Der Klimawandel beschäftigt die Menschen wie nie zuvor. Die Suchanfragen bei Google haben sich in den vergangenen Wochen vervielfacht.

Klimaschutz ist mehr als ein Modetrend

Das alles hat dazu geführt, dass das Thema längst auch an der Börse gespielt wird. „Dies lässt sich an der jüngsten Kursentwicklung bestimmter als ‚grün‘ geltender Aktien vergleichsweise gut ablesen“, bestätigt wikifolio-Trader Dennis Raute, der hier kurzfristig einen gewissen „Hype“ vermutet, wie es bei solchen öffentlich heiß diskutierten Themen oft der Fall ist. Trotzdem geht er davon aus, dass der Klimawandel auch mittel- und langfristig ein Thema an den Börsen sein wird: „Durch die stetig wachsende Weltbevölkerung und den endlichen Anteil an Ressourcen müssen sich die Menschen schon etwas einfallen lassen, um langfristig Ernährung, sauberes Wasser, Energieversorgung usw. sicher zu stellen. Nachhaltiges Wirtschaften und alternative Konzepte im Umgang mit den begrenzten Ressourcen sind dafür unabdingbar. Dies sollte sich über kurz oder lang eben auch bei den Kursen der entsprechenden Unternehmen bemerkbar machen.“

Alte Favoriten stehen auf dem Prüfstand

Ähnlich sehen das auch andere Trader wie Kai Knobloch („gewiss nicht nur ein Modetrend“) und Michael Flender („sollte man bei Investmententscheidungen im Fokus haben“). Einig sind sich die drei Börsianer zudem darin, dass Investoren ihren Fokus vermehrt auf die Aktien der potenziellen Gewinner bevorstehender Veränderungen richten und Branchen, die zu den Verlierern zählen, tendenziell eher meiden sollten. „Fluglinien und Kreuzfahrt-Unternehmen als Langfristinvestment darf man vor diesem Hintergrund sicherlich in Frage stellen“, meint zum Beispiel Raute. Der sieht Fonds oder ETFs, die sich dem Thema verschrieben haben, dafür als genauso geeignet an wie Investments in einzelne Aktien. Konkret fallen ihm da die Titel aus dem Segment der erneuerbaren Energien wie oder Vestas und Nordex ein. Oder Energieversorger wie MVV Energie, die „vorrangig auf die dezentrale Energieversorgung aus Biomasse, Windkraft und Photovoltaik setzen.“ Interessant findet er zudem Unternehmen, die sich für einen schonenden Umgang mit unseren Ressourcen einsetzen und beispielsweise gebrauchte Materialien wiederverwerten: „Zu nennen sind hier beispielsweise Recycler wie Tomra Systems oder Wasseraufbereiter wie Veolia oder Dr. Hönle. Auch Biosprithersteller wie Cropenergies oder Verbio profitieren vom Trend hin zu alternativen Energieträgern.“

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