So betrügt die Mafia Versicherungen

Die Verurteilung hat dem Pizzeria-Besitzer offenbar auch wenig ausgemacht: Stattdessen versuchte erneut seine Autoversicherung zu betrügen. So zeigte er seiner Versicherung einen KFZ-Diebstahl an. Jedoch schöpfte diese Verdacht und weigerte sich zu zahlen. Der Fall kam vor Gericht und sogar die zweite Instanz glaube nicht daran, dass das Auto gestohlen wurde. Trotz dieses Etappenerfolgs für die Versicherer ist der Pizzabäcker bis heute nicht strafrechtlich dafür belangt worden.

Die Betrugsbekämpfung bei Schäden wie denen des Pizzeria-Besitzers ist für Versicherer sehr aufwendig. Ihr Problem: Sie müssen den Betrug belegen, was in der Praxis sehr schwer fällt. „Die Täter sind absolute Profis“, so Peter Holmstoel vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). So fällt es häufig schwer nachzuweisen, wer beispielsweise einen Brand in Auftrag gegeben hat. Während sich der Verdacht bei amateurhaften Ersttätern recht schnell mit handfesten Beweisen erhärte, seien die Kriminellen aus dem Mafia-Milieu viel professioneller. Kommissar Rahm formuliert es mit einem Fußball-Bild: „Die spielen Champions League.“

Hohe Einzelschäden durch Banden

Jedes Jahr entstehen den deutschen Versichern durch Betrug Schäden in Höhe von ca. 5 Mrd. Euro, die meisten davon durch alltägliche, unscheinbare Betrügereien im privaten Bereich. Zwar ist die Zahl der organisierten Betrüger vermutlich nur eine unscheinbare Minderheit. Ihre Taten fallen durchaus in Gewicht. „Die wenigen Personen betreiben das beinahe gewerbsmäßig und verursachen hohe Einzelschäden“, so Holmstoel. (ahu)

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