Sind Mütter die richtigen finanziellen Vorbilder?

Fast 60 % der Frauen sind finanziell unabhängig

Nächste Woche feiert das Grundgesetz seinen 70. Geburtstag und damit auch Artikel 3, der besagt, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Bis dies in finanzieller Hinsicht aber auch der Fall war, sind aber noch gut zwei Jahrzehnte vergangenen: Bis 1958 durfte der Ehemann seiner Frau ohne deren Zustimmung die Arbeit kündigen und bis 1962 mussten Frauen für die Eröffnung eines Girokontos die Erlaubnis ihres Mannes einholen. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen. Obwohl die finanzielle Freiheit der Frau inzwischen gesetzlich verankert ist, gibt es immer noch einen großen Teil der Frauen, die sich finanziell nicht unabhängig fühlen. So gaben von den Studienteilnehmerinnen 14 % an, nicht in der Lage zu sein, ihren finanziellen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Vor allem die finanzielle Unterstützung von Angehörigen (31 %) und von ihrem (Ex-)Partner (28 %) sind für sie die wichtigsten Stützen. Immerhin: 59 % der Frauen fühlen sich finanziell unabhängig und immerhin 17 % sind auf dem Weg dahin.

„Für Altersvorsorge habe ich kein Geld“

So denken viele Frauen. Lediglich 37 % der Studienteilnehmerinnen gaben an, vorrausschauend für das Alter vorzusorgen. Mehr als die Hälfte der befragten Frauen gaben an, kein Geld für die Altersvorsorge zu haben. Dabei ist gerade für Frauen wichtig, die Rentenlücke zu schließen. Im Schnitt leben sie gut fünf Jahre länger als Männer und brauchen damit insgesamt länger Geld im Alter.

Frauen setzen auf Riester

Wenn Frauen für das Alter zusätzlich vorsorgen, dann am häufigsten über subventionierte Vorsorgearten. Mit 40 % ist die Riester-Rente das am meisten genutzte Altersvorsorgeprodukt, gefolgt von der betrieblichen Altersvorsorge, die von 35 % der Frauen in Anspruch genommen wird. Mit deutlichem Abstand von 14 Prozentpunkten folgen Immobilien auf Rang drei, hauchdünn vor Investitionen in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds. Dass bei den Frauen das Finanzwissen noch deutlich ausbaufähig ist, macht die Tatsache deutlich, dass 16 % der altersvorsorgenden Studienteilnehmerinnen auf Tages- und Festgelder setzen – obwohl die Renditen für diese Anlageform unter der Inflationsrate liegen. (ahu)

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