Sicherheit kompensiert Rendite

Sebastian Fischer, Vorstand PRIMUS Immobilien AG / Foto: © PRIMUS Immobilien AG

Gold und Wohnungen haben eines gemeinsam: Beide gelten als krisensichere Anlagen in Zeiten allgemeiner Verunsicherung, und sie kompensieren damit die erwartbar niedrigeren Renditen. Denn wer Gold im Tresor lagert, mag sich seines Vermögens und gegebenenfalls steigernder Werte erfreuen, erzielt aber am Ende des Jahres keinerlei Überschüsse. Das gilt mitnichten für Investitionen in Wohnimmobilien, doch sind die Mietrenditen im privaten Bereich meist deutlich geringer anzusetzen als in anderen Anlageklassen und Branchen – mit einem entsprechenden Mehr an Sicherheit. Der Fall Wirecard wird das aktuell vielen Anlegern vor Augen geführt haben.

Eine gewisse Rendite, Wertstabilität und rechtliche Planungssicherheit – diese Komponenten haben in der Vergangenheit auch zahlreiche internationale Privatanleger am deutschen Wohnungsmarkt geschätzt. Viele legten Geld in Wohnungen an, ohne jemals in Deutschland gewesen zu sein. Der Immobilienerwerb mittels Vollmacht war an der Tagesordnung, eine Besichtigung erfolgte – wenn überhaupt – virtuell.

Corona hat dieser Praxis ein psychologisch nachvollziehbares Ende gesetzt. Plötzlich kann man als internationaler Wohnungseigentümer nicht einmal mehr in der Theorie nach Deutschland einfliegen, um sein Eigentum zu sehen. Unsere Vorstellungskraft spielt den Menschen da einen Streich, denn internationale Anleger sind ja auch sonst nur selten nach Deutschland geflogen. Plötzlich aber dürfen sie nicht mehr, selbst wenn sie es wollten, und das ist dann arg.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Käuferverschiebungen ist klar zu begrüßen, dass sich der deutsche Wohnungsmarkt auch bei inländischen Anlegern wachsender Beliebtheit erfreut. Auf die Plätze von Fernost, Russland und den USA sind rasch deutsche Anleger aufgerückt, die willens und in der Lage sind, ähnliche Quadratmeterpreise zu zahlen wie vormals internationale Anleger.

Das ist aus meiner Sicht ein richtiges und wichtiges Signal: Anders als manch einer ihrer Volksvertreter hegen deutsche Privatanleger ein gesundes Vertrauen in die deutsche Wohnungswirtschaft und den deutschen Wohnungsmarkt. Insbesondere aber zeigt diese Entwicklung, dass es den meisten Kapitalanlegern im Wohnsegment eben nicht um das schnelle Geld geht, sondern um eine solide Kapitalanlage. Das mag für die einen langweilig klingen, für mich ist das schlicht langfristig gedacht.

Gastbeitrag von Sebastian Fischer,
Vorstand Primus Immobilien AG