Selten zu spät

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Heute nicht und morgen nicht, aber vielleicht übermorgen. Wenn es um ihre persönliche Zukunftssicherung geht, handeln die Deutschen mit einer erstaunlichen Fahrlässigkeit. Im Alter werden viele von ihnen deshalb unweigerlich in der Armut landen. Dabei würden – früh begonnen – schon 50 Euro im Monat reichen, um sich entspannt zurücklehnen zu können. Moderne Produkte eröffnen dabei viel Handlungsspielraum.

Vor vielen, vielen Jahren wurde private Altersvorsorge verkauft wie geschnitten Brot. Sie gehörte zu deutschen Haushalten wie die Fernsehzeitschrift, Hans-Joachim Kulenkampff und Thomas Gottschalk. Heute gibt‘s stattdessen die TV-App auf dem Smartphone, und die Helden des Bildschirms heißen – ja, wie eigentlich?

Und Makler müssen schon ein gerüttelt‘ Maß an Hartnäckigkeit aufbringen, um junge Leute vom finanziellen Segen einer Zukunftsabsicherung zu überzeugen. Die haben nämlich andere Dinge im Kopf und zudem wenig Vertrauen in beispielsweise private Rentenpolicen. So vergehen die Jahre, und irgendwann sind aus den einstmals jungen Menschen veritable Fünfziger geworden, die vom Berufsleben vielleicht nicht so ganz im Überfluss begünstigt wurden. Und wenn bei ihnen der Blick in die Rentenauskunft zu Trübnis statt Euphorie oder zumindest innerer Ruhe führt, kommt unweigerlich die Frage auf: Und jetzt? Gibt es noch etwas zu retten? Panik ist dann der schlechteste Ratgeber, denn ja, sie können die Situation durchaus noch retten. Gibt es überhaupt ein Alter, in dem es definitiv zu spät ist? Nein, aber so ähnlich sagt dazu Dr. Dr. Michael Fauser, Vorstandsvorsitzender der ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG: „Nein. Es ist natürlich wesentlich effektiver, früher anzufangen, aber möglich ist z. B. eine Sofortrente auch noch im „besten Alter.“ Hier seien zu diesem Zeitpunkt dann aber die Produktausgestaltung und die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse ausschlaggebend, Stichwort flexible Entnahmemöglichkeiten und Vermögensplanung. Wie schnell dann eine solche Entscheidung umgesetzt werden kann, beantwortet kurz und knapp Frank Kettnaker, Vorstand Vertrieb/Marketing im ALTE LEIPZIGER-HALLESCHE Konzern: „Das geht auch noch am Tag vor dem Rentenbeginn.“ Für Dr. Michael Martin, Leiter Produkt- und Marktmanagement Leben der Nürnberger, gibt es zwar kein Zuspät, dafür aber ein Zuwenig. Wer dann nicht zumindest über Kapital verfüge, bleibe außen vor.

Ohne Moos nix los lautet die ernüchternde Erkenntnis. Durchaus denkbar, dass davor viele Deutsche stehen werden. Im Jahr 2017 lag die durchschnittliche Rente in den alten Bundesländern für Männer bei 1.095 Euro, in den neuen Bundesländern bei 1.198 Euro. Für Frauen betrugen die Werte 622 Euro beziehungsweise 928 Euro. Alle prozentualen Rentenerhöhungen seitdem können nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Und wie gesagt: Millionen Menschen befinden sich unterhalb des Durchschnitts. Dass sie über kein umwandelbares Vermögen verfügen und nie verfügen werden, lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen. Wer jedoch finanziell dazu in der Lage ist, der hört im Alter durchaus die Signale und handelt entsprechend. Dies berichtet Dr. Volker Priebe, Vorstand Privatkunden und Produkte der Allianz Lebensversicherungs-AG: „Das sehen wir derzeit deutlich an der Generation der Babyboomer, die in den kommenden Jahren das Rentenalter erreicht. In den vergangenen Jahren haben wir bei der Allianz ein großes Interesse aus der Altersgruppe 50 plus erfahren, abzulesen an einer hohen Nachfrage nach unseren Vorsorgekonzepten.“ Viele schlössen in diesem Alter noch Rentenlücken oder nutzten in der aktuellen Niedrigzinsphase – bevorzugt über Einmalbeiträge – die Renditechancen der Produkte eines finanzstarken Versicherungsunternehmens.

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