Sehr unterschiedliche Preisentwicklungen

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F+B Wohn-Index Deutschland zeigt: Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser steigen stärker als für Mehrfamilienhäuser und Mieten. Außer in Berlin verliefen die Mietssteigerungen in den A-Städten unterdurchschnittlich. Ostdeutschland bleibt zwar günstig, verfügt aber auch über einige sehr dynamische Städte.

Die Immobilienpreise in Deutschland befinden sich weiter auf Kurs nach oben. So stieg der F+B Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung im Schlussquartal 2016 um 1,2 Prozent verglichen mit dem Vorquartal, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent. Der Index wird vor allem durch wachstumsstarke Städte nach oben getrieben, die weiterhin von einer starken Nachfrage nach Mietwohnungen und vor allem Kaufobjekten geprägt sind. „Die Lage auf den deutschen Wohnungsmärkten sorgt vor diesem Hintergrund weiterhin für ein großes Interesse deutscher und internationaler Investoren, aber auch für ökonomische Belastungen der Mieter in den prosperierenden Ballungsräumen. Damit ist der Branche eine anhaltend große politische Aufmerksamkeit zu Beginn des Bundestagswahljahres sicher“, sagte F+B-Geschäftsführer Dr. Bernd Leutner.

Im Vergleich zum Vorquartal sind in den letzten drei Monaten 2016 die Bestandsmieten mit 0,3 Prozent etwas weniger angestiegen als die Neuvertragsmieten, die um 0,4 Prozent nach oben gingen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal betrug bei Bestandsmieten 1,1 Prozent und bei Neuvertragsmieten 2,2 Prozent. Während Mieten also nur einen geringen Anstieg zu verzeichnen hatten, sind die Kaufpreise etwas stärker angestiegen: So waren für Eigentumswohnungen durchschnittlich 1,3 Prozent und für Einfamilienhäuser im Schnitt 1,6 Prozent mehr fällig als zwischen Juli und September. Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug der Anstieg bei Eigentumswohnungen sogar 6,9 Prozent und bei Einfamilienhäuser 6,2 Prozent. Etwas Schwächer war der Anstieg für Mehrfamilienhäuser, die im Vergleich zum Vorjahresquartal 0,4 Prozent und im Jahresvergleich um 1,7 Prozent teurer wurden. Angesichts eines durchschnittlichen Verbraucherpreisindex in 2016 von +0,5 Prozent, wobei die vom Statistischen Bundesamt gemessenen Kosten für das Wohnen inkl. Betriebskosten mit -0,1 Prozent nahezu stagnierten, wird die im F+B-Wohn-Index gemessene relativ moderate Entwicklung der Nettokaltmieten im Bestand bestätigt.

Offenbar ist vor allem das Segment der selbstnutzenden oder eine sichere Kapitalanlage suchenden Käufer von Eigentumswohnungen maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung des Gesamt-Index. „Die Preisentwicklung einzelner Zinshäuser, die von Eigentümern oder Maklern auf den Immobilienportalen angeboten werden, entwickeln sich jedenfalls seit längerer Zeit auf dem deutlich niedrigeren Niveau des Anstiegs der Neuvertragsmieten“, so F+B-Chef Leutner. Er ergänzt: „Vom Wohn-Index unabhängig gestalten sich dagegen die Preise von Wohnungspaketen, die von institutionellen Investoren gehandelt werden. Hier ist die Preisbildung aber noch mehr als bei den anderen Nutzungsarten von der Entwicklung des Zinsniveaus, der Aktienmärkte und der Renditeentwicklung alternativer Investments abhängig. Außerdem stimuliert die Knappheit der überhaupt zum Verkauf stehenden Portfolios insbesondere in den Core-Lagen die Preise von Paketverkäufen gegenüber den Einzelobjekten von Mehrfamilienhäusern.“

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